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Karstadt Sports Filiale in München

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Auch Karstadt Sports schließt wohl viele Filialen

62 Warenhäuser will Galeria Karstadt-Kaufhof in Deutschland schließen. Jetzt wurde bekannt: Auch 20 der 30 Niederlassungen der Tochter Karstadt-Sports machen wohl dicht. Betroffen ist offenbar auch das große Sporthaus der Kette in München.

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  • BR24 Redaktion

Der Kahlschlag bei Galeria Karstadt Kaufhof geht offenbar weiter: Zusätzlich zur geplanten Schließung von Dutzenden Filialen der Warenhauskette Galeria Karstadt Kaufhof sollen auch 20 der 30 Niederlassungen der Tochter Karstadt Sports dicht machen. Das berichten die Deutsche Presse-Agentur und der Kölner Stadt-Anzeiger.

Auch München betroffen

Demnach sollen unter anderem die Standorte in München, Köln, Düsseldorf, Dortmund, Essen und Hamburg sowie die Hauptverwaltung von Karstadt Sports in Essen geschlossen werden. Insgesamt seien 700 Arbeitsplätze betroffen. Dem "Spiegel" zufolge muss auch Karstadt Sports in Rosenheim dicht machen. Offizielle Informationen gibt es aber noch nicht.

Der angeschlagene Warenhauskonzern hatte gestern die Schließung von 62 seiner 172 Häuser angekündigt. Nach Angaben des Gesamtbetriebsrates werden dadurch insgesamt 5.317 Mitarbeiter ihre Arbeit verlieren.

Sechs Standorte in Bayern sollen schließen

Sechs Standorte von Galeria Karstadt Kaufhof stehen in Bayern auf der Streichliste: München mit drei Filialen (Stachus, Nordbad, OEZ - früher Karstadt), Ingolstadt und Nürnberg mit zwei Filialen (Karstadt an der Lorenzkirche und Karstadt Langwasser). Betroffen sind hier rund 800 Beschäftigte.

Angst vor verödeten Innenstädten

Politiker und Kommunen warnen in diesem Zusammenhang vor einem Aussterben der Innenstädte. Sorgen macht sich auch der Hauptgeschäftsführer des Städte- und Gemeindebundes, Gerd Landsberg. Der Passauer Neuen Presse sagte er: "Die betroffenen Kommunen müssen gemeinsam mit dem Handel und den Immobilieneigentümern Zukunftsstrategien erarbeiten."

Wohnen in der City soll attraktiver werden

So könne das Wohnen in Innenstädten attraktiver werden, zumal wegen des Trends zum Homeoffice weniger Büroräume gebraucht würden. Ziel müsse es sein, dem drohenden Ausbluten unserer Innenstädte aktiv zu begegnen, so Landsberg. Hierfür müssten sich Kommunen, Unternehmen, Insolvenzverwalter und Immobilieneigentümer an einen Tisch setzen. Eine zentrale Rolle kommt Landsberg zufolge den Immobilieneigentümern zu. Dem Redaktionsnetzwerk Deutschland sagte Landsberg, überzogene Mietforderungen seien in Krisenzeiten fehl am Platz.

50.000 Einzelhändler von Pleite bedroht

Galeria Karstadt Kaufhof steht laut Landsberg stellvertretend für die Krise vieler stationärer Händler, die durch die Corona-Pandemie verschärft worden ist. Nach Schätzungen von Handelsexperten stehen 50.000 Einzelhändler vor der Pleite.

Grüne fordern Gutscheine

Die Grünen forderten, die Bundesregierung müsse "Kauf-vor-Ort"-Gutscheine einführen, um den stationären Einzelhandel sowie örtliche Dienstleistungen und Gastronomie zu unterstützen. Damit Innenstädte und Ortskerne nicht aussterben, müsse die Bundesregierung zudem die Überbrückungshilfen dringend über August hinaus verlängern, so die wirtschaftspolitische Sprecherin der Grünen im Bundestag, Katharina Dröge.

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Die Fassungslosigkeit bei den Karstadt-Beschäftigen ist groß, nachdem bekannt wurde, dass zwei Filialen in Nürnberg schließen werden. Die Gewerkschaft Verdi sieht Chancen, dass die Häuser in Nürnberg gehalten werden können.

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