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Auch bei jungen Leuten nehmen psychisch bedingte Erkrankungen zu | BR24

© picture alliance / PHOTOPQR/NICE MATIN/MAXPPP

Junger Mann sitzt vor Computer

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    Auch bei jungen Leuten nehmen psychisch bedingte Erkrankungen zu

    Die Techniker Krankenkasse (TK) beobachtet einen Anstieg der psychisch bedingten Erkrankungen auch bei Auszubildenden. Nach Einschätzung der TK ist dies besorgniserregend. Von Nikolaus Nützel

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    Im Schnitt fehlen bayerische Auszubildende nach Daten der Techniker Krankenkasse 11,2 Tage pro Jahr auf der Arbeit, weil sie krank sind. Die gute Nachricht ist: Azubis sind im Schnitt knapp zwei Tage seltener krank geschrieben als der Schnitt aller Erwerbstätigen. Die schlechte Nachricht lautet: Auch an den Berufsanfängern geht eine Entwicklung nicht vorbei, die die Kassen für alle Altersgruppen beobachten: Die Fehlzeiten wegen psychischer Probleme sind bei Azubis seit der Jahrtausendwende um 77 Prozent gestiegen.

    Stress-Ursache digitale Medien

    Ein Grund dafür liegt nach an Ansicht von Fachleuten im Umgang junger Leute mit digitalen Medien. Der Stress-Forscher Volker Busch von der Uni Regensburg erklärt dazu in einer Studie, gerade Jugendliche würden abends digitale Medien wie etwa Computerspiele nutzen, statt wirklich abzuschalten. Das koste das Gehirn Kraft, so der Uni-Mediziner. Die AOK Bayern weist gleichzeitig darauf hin, dass der Anteil der Fälle, in denen Azubis etwa wegen Depressionen krank geschrieben werden, in absoluten Zahlen immer noch vergleichsweise gering ist – Atemwegserkrankungen oder Rückenprobleme stehen weit häufiger als Grund auf den Attesten.

    Lange Fehlzeiten

    Weil psychische Probleme sich jedoch oft über Wochen oder gar Monate hinziehen, ist ihr Anteil an allen Fehlzeiten überproportional hoch. Fast zehn Prozent aller Fehltage bayerischer Azubis entfallen auf psychische Diagnosen, obwohl sie nur 3,4 Prozent aller Fälle ausmachen.