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Auch BMW stoppt Produktion wegen Coronavirus | BR24

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Auch bei BMW drohen Werksschließungen wegen Corona

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Auch BMW stoppt Produktion wegen Coronavirus

Das Coronavirus und die Folgen: Neben anderen Autobauern wird nun auch BMW fast alle europäischen Werke schließen. Zudem will der Konzern mit Kurzarbeit auf den Produktionsstopp reagieren. Für das nächste Jahr rechnet BMW mit deutlich weniger Gewinn.

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Von
  • Gabriel Wirth
  • Verena Schälter

Auch BMW fährt wegen der Coronavirus-Pandemie seine Produktion herunter: Für zunächst vier Wochen werden die europäischen Werke fast vollständig stillstehen. Vorstandschef Oliver Zipse sagte am Mittwoch in München: "Ab heute fahren wir unsere europäischen Automobilwerke und das Werk Rosslyn in Südafrika herunter. Die Produktionsunterbrechung wird voraussichtlich bis zum 19. April eingeplant."

Coronavirus: Alles Wissenswerte finden Sie hier.

Landshut wird mit Einschränkungen weiter laufen

Anders als die Standorte Dingolfing oder Regensburg wird die Produktion im BMW-Werk Landshut nicht vollständig unterbrochen. Das teilt eine Sprecherin auf BR-Anfrage mit. Da das Werk in Landshut ein sogenannter Komponentenfertigungsstandort ist, geht der Betrieb leicht eingeschränkt weiter.

Landshut beliefert mit Teilen wie Gelenkwellen, E-Motoren für den I 3 oder auch Gussteilen auch die Werke in Spartanburg (USA) oder China, die nicht von einem Produktionsstopp betroffen sind, so die Sprecherin weiter.

Kurzarbeit, Überstundenabbau und Heimarbeit

BMW will auch eigene betriebliche Vereinbarungen zur Kurzarbeit nutzen. "Diese regelt, dass das Nettoeinkommen eines Tarifmitarbeiters bei BMW auch bei Kurzarbeit mindestens 93 Prozent des üblichen Niveaus beträgt", erklärte Betriebsratschef Manfred Schoch. Weitere Instrumente seien die Nutzung von Arbeitszeitkonten und Möglichkeit zur Heimarbeit.

Zipse erklärte, BMW wolle die Balance zwischen Gesundheit der Mitarbeiter und dem wirtschaftlichen Erfolg des Unternehmens wahren. "Denn es gibt eine Zeit während Corona und eine Zeit nach Corona."

Die Übersichtskarte zu den aktuellen Coronavirusfällen in Bayern finden Sie hier.

Gespräche zwischen Vorstand und Arbeitnehmervertretern

Bereits gestern hatte es hinter den Kulissen Gespräche zwischen Vorstand und Arbeitnehmervertretern gegeben. Denn in den Werken in Dingolfing, Leipzig und Steyr sowie im Münchner Forschungszentrum hat es bereits erste Corona-Fälle gegeben.

Bei der Belegschaft ist damit zunehmend die Sorge vor Ansteckung gewachsen. Denn während viele der Verwaltungsangestellten von BMW bereits im Homeoffice arbeiten, stehe man bei der Produktion Schulter an Schulter, beklagen Mitarbeiter. Die IG Metall fordert den gesundheitlichen Schutz der Belegschaft in den Vordergrund zu stellen.

BMW rechnet mit deutlichem Gewinnrückgang

Aufgrund der weltweiten Ausbreitung des Virus und der Eindämmungsmaßnahmen erwarte BMW, dass in allen wesentlichen Märkten die Nachfrage erheblich beeinträchtigt werde. Der Autoabsatz des Konzerns dürfte deswegen im laufenden Jahr deutlich unter Vorjahresniveau liegen.

BMW erwarte im Autogeschäft einen Vorsteuergewinn zwischen zwei und vier Prozent nach 4,9 Prozent im vergangenen Jahr. Mit einer Ergebnisbelastung werde vor allem im ersten Halbjahr gerechnet. Deswegen werde der Gewinn vor Steuern des Konzerns gegenüber 2019 deutlich zurückgehen.

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Nach anderen Autoherstellern unterbricht nun auch BMW seine Produktion weitgehend für vier Wochen. Grund sind die erwarteten Absatzrückgänge durch die Corona-Krise.