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Die hohen Energiepreise haben auch wieder vereinzelte Forderungen aufgebracht, die Laufzeit der verbleibenden sechs Atomkraftwerke in Deutschland zu verlängern. Allerdings ist es mittlerweile undenkbar, dass solche Ansinnen Erfolg haben.

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Atomkraftwerke länger laufen lassen: Keine Option für Betreiber

Die hohen Energiepreise haben auch wieder vereinzelte Forderungen aufgebracht, die Laufzeit der verbleibenden sechs Atomkraftwerke in Deutschland zu verlängern. Allerdings ist es mittlerweile undenkbar, dass solche Ansinnen Erfolg haben.

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Dirk VilsmeierDirk Vilsmeier
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Die Argumente stehen auf allen Ebenen fest. Gesellschaftlich und damit auch politisch wird sich keine Mehrheit mehr für eine Verlängerung der Atomkraft finden – auch wenn die Herausforderungen bei der Energieversorgung gerade noch einmal größer geworden sind.

Keine Verlängerung des Atomzeitalters

Und auch die Betreiber der restlichen sechs Kernkraftwerke in Deutschland haben schon seit Längerem mit der Atomkraft abgeschlossen. Aus grundsätzlichen Erwägungen – aber auch aus rein praktischen. Aus deren Sicht gibt es weder wirtschaftlich, noch organisatorisch noch technisch einen Weg, das Atomzeitalter in Deutschland zu verlängern.

RWE: Kapitel Kernenergie ist abgeschlossen

Bei RWE - der Konzern betreibt in Schwaben das Kraftwerk Gundremmingen C und in Niedersachsen die Anlage Emsland - heißt es beispielsweise, dass allein die Personalplanung, die Brennstoffbeschaffung und vor allem auch die Revisionen mit einer Vorlaufzeit von mehreren Jahren festgelegt seien. Änderungen mit wenigen Monaten Vorlauf seien hiermit völlig undenkbar.

Ausdrücklich teilt der Energieversorger auf Nachfrage mit: "Das Kapitel Kernenergie ist für RWE abgeschlossen. Wir werden unsere verbliebenen zwei Kernkraftwerksblöcke entsprechend der gesetzlichen Fristen stilllegen. Danach geht es nur noch um den sicheren und verantwortungsvollen Rückbau der Anlagen." Um die Energiewende und damit den Klimaschutz erfolgreich zu machen, müssten jetzt die Erneuerbaren, genauso wie das Stromnetz, schneller ausgebaut werden.

EnBW: Frage nach einer Verlängerung stellt sich nicht

Und auch EnBW, Betreiber von Neckarwestheim II, ist da deutlich: Man habe nach dem Ausstiegsbeschluss eine langfristige Strategie für den Rückbau ausgearbeitet und seitdem konsequent umgesetzt. "Die Frage nach der Verlängerung der Laufzeiten der Kernkraftwerke sowie weitere hypothetische Fragestellungen in diesem Kontext stellen sich deshalb für die EnBW nicht." Die Stilllegungs- und Abbaugenehmigung sei bereits seit 2016 beantragt worden und der Genehmigungsprozess weit fortgeschritten.

Eon: Verlängerung der Laufzeit ist keine Option

Und auch bei Preussen Elektra, der Atomsparte von E.ON, ist die Aussage für alle drei Reaktoren, Isar 2 in Niederbayern, Grohnde in Niedersachsen und Brokdorf in Schleswig-Holstein, eindeutig: "Eine Verlängerung der Laufzeit ist keine Option."

Spätestens Ende dieses Jahres werden damit die Atomkraftwerke Gundremmingen, Grohnde und Brokdorf – und Ende 2022 dann die Anlagen in Ohu, Neckarwestheim und Emsland endgültig heruntergefahren.

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