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Arbeitsverträge: Streit um sachgrundlose Befristung geht weiter | BR24

© pa/dpa/blickwinkel

Streit um sachgrundlose Befristungen

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Arbeitsverträge: Streit um sachgrundlose Befristung geht weiter

Bundesarbeitsminister Hubertus Heil will demnächst das Thema befristete Arbeitsverträge aus dem Koalitionsvertrag bearbeiten. Die Möglichkeit, jemanden ohne Sachgrund befristet einzustellen, soll begrenzt werden. Doch das Vorhaben ist umstritten.

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Ein Mitarbeiter ist länger krank, eine Mitarbeiterin ist Mutter - das sind anerkannte Gründe, jemanden anderen als Ersatz nur befristet einzustellen. In Bayern haben 5,6 Prozent der Beschäftigten solch einen Vertrag.

Wirtschaft: Staat befristet auch

Ohne Sachgrund befristen geht auch - für höchstens zwei Jahre. Die Regierung will den Firmen diese Flexibilität nicht nehmen, aber bei Betrieben mit mehr als 75 Mitarbeitern beschränken – so steht es im Koalitionsvertrag. Die Bayerische Wirtschaft lehnt das ab: Die Firmen bräuchten das Instrument gerade jetzt beim Umbau zur digitalen Produktion. Was Hauptgeschäftsführer Bertram Brossardt aber noch mehr ärgert, ist der Staat. Der nämlich befristet weit häufiger als die Privatwirtschaft und führt da unter anderem nicht gesicherte Haushaltsmittel an.

"Wenn da sich nichts ändert, fehlt der öffentlichen Hand jede Berechtigung, ein solches Gesetz in das parlamentarische Verfahren einzubringen." Betram Brossardt, Hauptgeschäftsführer Vereinigung der bayerischen Wirtschaft

Berufseinsteiger oft chancenlos

Die Gewerkschaften teilen die Kritik - aber nur diese. In puncto Befristungen ohne Sachgrund fordern sie sogar, diese ganz abzuschaffen. Vor allem Jüngeren fehlten dadurch Perspektiven beim Berufseinstieg.