Ein Stromzähler zeigt in einem Mietshaus die verbrauchten Kilowattstunden an.

Gas und Strom: Ein Anbieterwechsel kann bares Geld sparen

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    Anbieterwechsel bei Strom und Gas: Das müssen Sie beachten

    Anbieterwechsel bei Strom und Gas: Das müssen Sie beachten

    Strom und Gas sind so teuer wie nie. Deshalb machen sich viele Verbraucher auf die Suche nach einem neuen, günstigeren Anbieter. Doch wie einfach geht der Wechsel? Tipps, wann er sich lohnt und worauf man achten sollte.

    Die Preise für Strom und Gas sind in den vergangenen Wochen extrem gestiegen. Erhöht der aktuelle Anbieter die Tarife, denken viele Verbraucher über einen Anbieterwechsel nach. Der kann bares Geld sparen. Und ein Wechsel ist gar nicht so schwer. Wenn Sie etwa einen Grundversorgungs-Tarif haben (etwa nach einem Umzug) lohnt sich der Wechsel oft besonders. Allerdings sollten Sie einige Tipps berücksichtigen.

    Wie kündige ich meinem bisherigen Energieanbieter?

    Wer den Strom- oder Gasanbieter wechseln will, muss die vertragliche Mindestlaufzeit und die Kündigungsfrist einhalten. Verpassen Sie die Kündigungsfrist, verlängert sich der Vertrag – je nach den Bedingungen – zum Beispiel um ein weiteres Jahr. Verträge, die ab März 2022 geschlossen werden, dürfen sich dann aber nur noch um einen Monat automatisch verlängern.

    Wenn Ihr Stromanbieter den Preis erhöht, haben Sie ein Sonderkündigungsrecht. Sie können dann sofort kündigen, egal, wie lange der Vertrag noch läuft - mit Wirkung zu dem Zeitpunkt, an dem die Tariferhöhung in Kraft tritt. Wer bei seinem Anbieter den oft recht teuren Grundtarif nutzt, hat als Grundtarif-Kunde grundsätzlich nur zwei Wochen Kündigungsfrist.

    Tipp: Mit der Kündigung des bisherigen Strom- oder Gasvertrags können Sie in der Regel Ihren neuen Anbieter beauftragen. Sonderkündigungen sollten Sie jedoch immer selbst aussprechen. Und keine Angst: Es muss niemand in Ihre Wohnung kommen, und der Wechsel ist kostenlos.

    Wo findet man den günstigsten Anbieter?

    Im Internet gibt es viele verschiedene Vergleichsportale (z.B. Verivox, Check24, Finanztip oder andere), die auf Basis Ihres Verbrauchs errechnen, welcher Anbieter für Sie der günstigste ist. Sie müssen dazu zunächst nur Ihre Postleitzahl und Ihren Jahresverbrauch angeben. Blind vertrauen darf man den Ergebnissen aber nicht. Die Stiftung Warentest hat ganz aktuell Energie-Vergleichsportale getestet. Komplett überzeugen konnte keines.

    • Nutzen Sie mehrere Portale, um den besten Überblick zu bekommen.
    • Vorsicht bei Bonuszahlungen, die nur im ersten Jahr gelten. Die bringen oft eine hohe Ersparnis. Wenn Sie aber einen günstigen Anbieter für zwei oder mehr Jahre suchen, dann kann unter Umständen ein Tarif ohne Bonus besser sein.
    • Achten Sie bei der oft angebotenen "Preisgarantie" darauf, welche Bestandteile des Energiepreises sie umfasst und wie lange sie gilt.
    • Nutzen Sie die Erfahrungen anderer Kunden bezüglich des Service von Energielieferanten. Die Kundenbewertungen in den Vergleichsportalen selbst eignen sich allerdings nur bedingt für die Recherche, da sie in der Regel kurz nach dem Wechsel abgegeben werden und Probleme oft erst später auftreten. Im Portal www.energieanbieterinformation.de veröffentlicht der "Bund der Energieverbraucher" Hintergrundinformationen zu den einzelnen Firmen.
    • Vorsicht bei Tarifen, die von Ihnen Vorauszahlungen verlangen - Im Falle einer Insolvenz könnten Sie Geld verlieren.
    • Und: Tarife, die eine vorab vereinbarte Energiemenge beinhalten, können dann sehr teuer werden, wenn Sie deutlich mehr oder weniger verbrauchen.

    Gut zu wissen: Die Sorge, dass Sie in der Übergangszeit ohne Energieversorgung dastehen, ist unbegründet. Der Wechsel klappt in der Regel reibungslos. Und sollte mal etwas schiefgehen, greift automatisch die Ersatzversorgung über den Grundversorger Ihrer Region.

    Automatischer Wechselservice

    Vergleichsportale bieten oft auch einen digitalen Assistenten an, der Sie unterstützen kann beim Wechselprozess. Manche Angebote gehen aber noch einen Schritt weiter und versprechen, Ihren Tarif fortlaufend zu "überwachen" und regelmäßig den besten Tarif für Sie zu finden. Firmen wie Cheapenergy24, Wechselpilot, Switchup o.a. prüfen Angebote, schlagen das aus ihrer Sicht beste vor und übernehmen den gesamten Wechselprozess. Dafür verlangen manche der Dienstleister von Ihnen eine Beteiligung an der Ersparnis durch den Vertragswechsel. Andere bekommen vom neuen Anbieter eine Provision. Der Nachteil der Dienste: Sie müssen den Angeboten "vertrauen", dass sie wirklich das beste Angebot für Sie finden.

    Übrigens: Wer Ärger hat mit einem Energieanbieter, kann sich an die Schlichtungsstelle Energie wenden. (https://www.schlichtungsstelle-energie.de) Diese unabhängige Stelle sucht eine Lösung und dieser Service ist für Verbraucher kostenlos.

    Energiekonzerne wollen keine "Tarifhopper"

    Wichtig: Wer jährlich den Tarif wechselt und jedes Jahr einen Neukundenbonus mitnimmt, dem kann es passieren, dass er vom neu gewählten Versorger als Kunde abgelehnt wird. Denn Anbieter machen oft erst ab dem zweiten Jahr ein gutes Geschäft mit neuen Kunden, wenn der Bonus wegfällt. Die Zahl der Berichte über die Ablehnung von "Tarifhoppern" wächst.

    Tipp: Wenn Sie einen Anbieter verlassen, bitten Sie ihn um die Löschung Ihrer Daten. So können Sie möglicherweise verhindern, dass dieses Unternehmen sie ablehnt, sollten Sie in den folgenden Jahren wieder zu diesem Versorger zurückkehren wollen.

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