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Bildrechte: BR / dpa-Bildfunk, Peter Kneffel

Vom Börsenstar zum Pleiteunternehmen: Das Insolvenzverfahren über Wirecard ist eröffnet.

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Amtsgericht eröffnet Insolvenzverfahren über Wirecard

Das Amtsgericht München hat das Insolvenzverfahren über den Zahlungsabwickler Wirecard AG eröffnet. Konkret geht es um die Wirecard AG und sechs Konzerntöchter, wie das Gericht am Dienstag mitteilte

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Von
  • Peter Althammer

Zwei Monate nach dem Insolvenzantrag von Wirecard hat das Amtsgericht München das Insolvenzverfahren über den Zahlungsabwickler eröffnet. Das teilte Insolvenzverwalter Michael Jaffé am Mittwoch in München mit. Jetzt werde 730 Mitarbeitern sowie dem Vorstand gekündigt.

Insolvenzverwalter: "Basis für weitere Fortführung schaffen"

Die Verfügungsgewalt über das Vermögen der Wirecard AG und sechs deutscher Wirecard-Gesellschaften gingen auf den Insolvenzverwalter über. Sie müssten Löhne und Gehälter nun wieder selbst erwirtschaften und bezahlen, erklärte Jaffé. Unter der vorläufigen Insolvenzverwaltung sei es gelungen, das laufende Geschäft zu stabilisieren und die Basis für eine weitere Fortführung zu schaffen.

"Tiefgreifende Einschnitte dringend erforderlich"

Aber um eine Fortführung zu ermöglichen und die Option für eine Verwertung des Kerngeschäfts zu erhalten, seien tiefgreifende Einschnitte dringend erforderlich. Auch Miet- und Leasingverträge würden gekündigt.

Staatsanwaltschaft ermittelt wegen Betrugs

Die Münchner Staatsanwaltschaft geht davon aus, dass Wirecard seit 2015 Scheingewinne auswies. Der Schaden für die kreditgebenden Banken und Investoren könnte sich auf 3,2 Milliarden Euro summieren.

Wirecard hatte im Juni Insolvenz angemeldet, nachdem Wirtschaftsprüfer in der Bilanz ein Loch von 1,9 Milliarden Euro gefunden hatten. Die Staatsanwaltschaft ermittelt unter anderem wegen Betrugs gegen ehemalige und noch amtierende Manager. Ex-Chef Markus Braun sitzt in Haft, der für das Asien-Geschäft zuständige Vorstand Jan Marsalek ist auf der Flucht.

Gläubigerversammlung am 18. November

Im Verkaufsprozess für das Kerngeschäft und die nicht insolvente Wirecard Bank AG stehe man aktuell mit mehreren namhaften Interessenten in Verhandlungen über einen Erwerb, sagte Jaffé. Die Erlöse aus der Verwertung werden dabei den Gläubigern zugutekommen, so der Insolvenzverwalter. Die Verwertung weiterer Wirecard-Beteiligungen weltweit mache Fortschritte. Am 18. November finde die erste Gläubigerversammlung statt, voraussichtlich im Löwenbräukeller in München.

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