Zurück zur Startseite
Wirtschaft
Zurück zur Startseite
Wirtschaft

Altstadt-Juwel Dinkelsbühl: Handwerker haben keine Langeweile | BR24

© BR

Dinkelsbühl in Mittelfranken: buntes Fachwerk, enge Gassen, eine gut erhaltene Stadtmauer - über 500 Jahre alt. Das spät mittelalterliche Ensemble braucht erfahrene und neue Handwerker. Das schafft auch Arbeitsplätze.

Per Mail sharen
Teilen
  • Artikel mit Video-Inhalten

Altstadt-Juwel Dinkelsbühl: Handwerker haben keine Langeweile

Dinkelsbühl in Mittelfranken: buntes Fachwerk, enge Gassen, eine gut erhaltene Stadtmauer - über 500 Jahre alt. Das spät mittelalterliche Ensemble braucht erfahrene und neue Handwerker. Das schafft auch Arbeitsplätze.

Per Mail sharen
Teilen

In der Altstadt von Dinkelsbühl überbietet eine Fassade die nächste an architektonischem Charme. Handwerker müssen sich mit der alten Bausubstanz auskennen und dennoch den heutigen Ansprüchen an ein modernes Haus gerecht werden.

Für Zimmermeister Werner Kamm ist es das tägliche Geschäft, alte Häuser auf Vordermann zu bringen. Auch mit Unwägbarkeiten muss er dabei zurechtkommen. Und er hat große Freude daran.

"Das Schöne daran ist, jedes Haus ist nicht gleich, die Konstruktion ist nicht gleich. Man kommt zu einem Gebäude, schaut sich das an und denkt erst einmal, okay, ist gar nicht so schlecht beieinander. Dann geht man in die Phase Abriss und dann kommen öfter mal Konstruktionen zum Vorschein, woran viele Generationen bereits gearbeitet haben." Werner Kamm, Zimmermeister

Renovieren und Sanieren auf engstem Raum

Eines gibt es in Dinkelsbühl nicht: Platz in den engen Gassen. Auf kleinstem Raum wird gearbeitet. Für jedes Bauvorhaben müssen die Anwohner eingebunden werden, denn sie müssen schließlich oft viele Wochen mit dem Lärm und Staub von nebenan leben.

Getüftelt wird auch an der Fassade des Hotels Luisenhof. In diesem legt man Wert darauf, dass jedes Detail des Hauses originalgetreu instand gehalten wird - auch das Fenstergewand. So soll künftig das alte Mauerwerk nicht mehr durch Nässe beschädigt werden. Darum kümmert sich Steinmetzin und Restauratorin Birgit Hähnlein-Häberlein mit ihren Angestellten.

"Der Anspruch ist einfach, diese Geschichtlichkeit zu erhalten, das die nachfolgenden Generationen noch sehen können. Wir sprechen ja vom 15. Jahrhundert. Man kann sich das normalerweise nur schwerlich vorstellen, aber hier in Dinkelsbühl, in dieser mittelalterlichen Stadt, wird Geschichte erlebt und das ist so schön, denn man kann es im Originalzustand sehen. Und man kann sich vorstellen, wie das Leben damals abgelaufen ist." Birgit Hähnlein-Häberlein, Steinmetz-Meisterin

Für den Fachkräfte-Nachwuchs wird früh gesorgt

Der heute von Birgit Hähnlein-Häberlein geführte Betrieb mit Sitz im nahe gelegenen Feuchtwangen ist über 120 Jahre alt. Vier Angestellte hat sie, würde aber noch gerne einen Meister einstellen. Sie braucht Verstärkung für die Restauration der Altbauten und für die Grabsteingravuren. Im Steinmetz-Gewerbe fehlt es generell an Auszubildenden, doch sie hat vorgesorgt.

"Ich vor Ort habe eigentlich keine Probleme, weil wir eng mit der Schule zusammenarbeiten und wir bieten Praktikumsplätze an. Ich versuche die jungen Leute gleich im Praktikum etwas einzubinden in das Steinmetzhandwerk." Birgit Hähnlein-Häberlein, Steinmetz-Meisterin

Bei Werner Kamm ist bereits Sohn Manuel in den Betrieb eingestiegen. Der Seniorunternehmer ist bereits über 30 Jahre als Zimmerer tätig. "In erster Linie geht mir das Herz auf, wenn ich sehe, wie viele Gebäude ich schon in den Händen hatte." Etwa 100 Gebäude, so Werner Kamm, dürften es gewesen sein. Doch Langeweile habe er in all den Jahren nie gehabt.