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Altersvorsorge auf einen Blick: Online-Portal soll 2020 starten | BR24

© BR/Nikolaus Nützel

Trägerübergreifende Altersvorsorge-Information ab 2020 geplant

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Altersvorsorge auf einen Blick: Online-Portal soll 2020 starten

Gesetzliche, betriebliche und private Altersvorsorge - diese drei Säulen sollen für die Absicherung im Alter sorgen. Die eigene Situation immer im Blick zu behalten, ist nicht immer leicht. Ein offizielles Online-Portal soll in Zukunft dabei helfen.

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Verlässliche Rentenpolitik ist ein Kernversprechen unseres Sozialstaates. Dazu soll zukünftig auch gehören, dass Bürgerinnen und Bürger über ihre individuelle Absicherung aus allen Säulen der Alterssicherung informiert werden. Dazu gehören sowohl die gesetzliche, als auch die betriebliche und private Altersvorsorge. Um einen Überblick über die aktuelle, finanzielle Situation zu bekommen, will die Bundesregierung ab kommendem Jahr eine offizielle Online-Plattform zur Verfügung stellen.

Handlungsbedarf rechtzeitig erkennen

Nur wer gut informiert ist, so das Bundesministerium für Arbeit und Soziales, kann möglichen Handlungsbedarf erkennen und angehen. Ein großer Teil der Deutschen hat allerdings nicht nur eine Form der Altersvorsorge, sondern mehrere. Die Regierungskoalition will jetzt dafür sorgen, dass man dabei auch den Überblick behält. Es gibt aber einige Hürden zu bewältigen.

Verwechslungen darf es nicht geben

"Trägerübergreifende Vorsorge-Information" - diesen etwas sperrigen Namen trägt das Instrument, mit dem jeder Arbeitnehmer schnell und einfach abschätzen können soll, wie viel Geld im Ruhestand aufs Konto fließt. Dieses Instrument zu entwickeln, ist nicht so einfach: Neben verschiedenen Rentenkassen gibt es alleine für die betriebliche Altersvorsorge rund 50.000 Anbieter. Entsprechend aufwändig ist es, die verschiedenen Daten miteinander zu verknüpfen. Zudem müsse sichergestellt sein, dass Versicherte nicht verwechselt werden, erklärt die Präsidentin der Deutschen Rentenversicherung Bund, Gundula Roßbach. Eine Möglichkeit wäre zum Beispiel, die Steuer-Identifikationsnummer zu verwenden. Dies sei aber gar nicht so leicht.

"Jetzt muss geklärt werden: Darf man auch für so ein Vorsorge-Informationsprodukt ein Steuer-Kennzeichen nehmen? Bisher hat das Finanzministerium gesagt, das geht nicht. Das muss man noch mal klären und davon hängt natürlich ab, ob und wie schnell so etwas eingeführt werden kann.“ Gundula Roßbach, Präsidentin der Deutschen Rentenversicherung Bund

Bürger behalten Datenhoheit

Der Staatssekretär des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales, Rolf Schmachtenberg, hatte Mitte des Jahres bereits versichert, dass Bürgerinnen und Bürger die Hoheit über ihre Daten haben werden. Dafür sei allerdings eine eindeutige Identifizierung notwendig, aber auch eine doppelte Identifikation sei denkbar. Der Nutzer würde nach erfolgreicher Anmeldung im Internet eine Datenabfrage in Gang setzen.

Auf zunächst freiwilliger Basis würden die Vorsorgeanbieter die gewünschten Daten einspeisen, die dann gebündelt zur Verfügung stehen. Dieser Datensatz werde dann nach kurzer Zeit wieder gelöscht, die neue Online-Plattform solle auf keinen Fall zu einem gigantischen Datensammler werden, so Schmachtenberg. Anfang nächsten Jahres sollen erste Pläne vorliegen, wie die neue Vorsorge-Information konkret aussehen könnte.

Aktien als Vorsorgemöglichkeit

Das Deutsche Aktieninstitut hat unlängst untersucht, wie die Altersvorsorge in anderen Ländern organisiert ist. Geschäftsführerin Christine Bortenlänger macht sich bezüglich des Themas " Altersarmut in Deutschland" große Sorgen. Um Armut im Alter zu bekämpfen, müsse der Staat Regeln für die private Vorsorge aufstellen, damit Bürger langfristig Vermögen für das Alter ansparen können.

Deutschland müsse unbedingt von anderen Ländern lernen, die ihr Altersvorsorge-System mit Aktien sicher gemacht haben, so Bortenlänger. Aktien seien renditestark, niedrige Renten könnten damit aufgebessert, und zusätzliche Vermögen angespart werden.

„Andere Länder haben „ihre“ Renten sicherer gemacht, indem sie stärker das Ansparen im Alter gefördert haben und zwar auch mit Aktien.“ Christine Bortenlänger, Deutsches Aktieninstitut

Angesichts des demografischen Wandels und den damit verbunden Kosten, wäre es in Deutschland an der Zeit, über Alternativen zum bestehenden Rentensystem nachzudenken.