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Allianz legt Rekordzahlen vor – und will noch digitaler werden | BR24

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E-Mails statt Papier, einfache Sprache statt komplexer Verträge: So geht der Versicherer Allianz in die Zukunft. Das soll nicht nur kundenfreundlich sein, sondern auch das Geschäft noch weiter ankurbeln. 2019 gab es bereits einen Rekordjahr.

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Allianz legt Rekordzahlen vor – und will noch digitaler werden

E-Mails statt Papier, einfache Sprache statt komplexer Verträge: So geht der Versicherer Allianz in die Zukunft. Das soll nicht nur kundenfreundlich sein, sondern auch das Geschäft noch weiter ankurbeln. 2019 gab es bereits ein Rekordjahr.

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Von
  • Rigobert Kaiser

Angesichts der Rekordzahlen ist Allianz-Chef Oliver Bäte mit dem abgelaufenen Geschäftsjahr mehr als zufrieden. "Das war das fünfte Jahr des Anstiegs des operativen Ergebnisses", sagte Bäte. Der Umsatz des Versicherers stieg um knapp acht Prozent auf rund 142 Milliarden Euro. Und: "Wir sind doppelt so schnell gewachsen wie die Weltwirtschaft."

Mit einem operativen Gewinn von 11,9 Milliarden landete die Allianz am oberen Rand der eigenen Prognosen. Für 2020 könnten bis zu 12,5 Milliarden möglich sein, hofft Bäte. Allerdings haben die Brände in Australien erhebliche Versicherungsschäden verursacht: Hier habe die Allianz etwa 160 Millionen Euro an Schäden reguliert, hinzu kämen noch einmal bis zu 60 Millionen aus anderen Bereichen.

Allianz spürt Folgen des Klimawandels

"Es gibt noch immer Menschen, die glauben, es gibt keinen Klimawandel. Das sollte man sich in Ruhe angucken. Da kann man die Folgen des Klimawandels von Nahem beurteilen." Allianz-Chef Oliver Bäte

Bäte sieht die Wirtschaft und auch sein Unternehmen in der Pflicht – als Versicherer, der zum Beispiel keine Kohlekraftwerke mehr versichern will, aber auch als großer Kapitalanleger. Das Ziel: Klimaneutralität bis 2050. Die Allianz verwalte mehr als 700 Milliarden Euro an Versichertengelder – darüber wolle man Einfluss auf die Unternehmen ausüben, sich für das Klima einzusetzen.

Bei dieser Initiative hat die Allianz Verbündete gefunden. Große Pensionskassen und Versicherer wie die Swiss Re oder Axa machen mit. Gemeinsam stehen sie für fast fünf Billionen Euro Kapital, das künftig nur noch klimaneutral investiert werden soll.

Allianz will Digitalisierung vorantreiben

Das zweite große Thema, das Bäte seit seinem Amtsantritt vor fünf Jahren verfolgt, ist die Digitalisierung. "Ich war vielleicht am Anfang etwas zu optimistisch, wie schnell das geht", räumte der Allianz-Chef ein, "aber wir machen konsequent Fortschritte".

So will die Allianz, um Kunden zu gewinnen noch in diesem Jahr mit "Heymoney" starten, einem Portal, mit dem die Kunden all ihre persönlichen Finanzen und Versicherungen mobil managen können.

Seit 2015 habe die Allianz mehr als 40 Prozent des Papiers reduziert. "Wir werden in Zukunft nur noch Policen herausgeben, bei denen wir die E-Mail-Adresse und mobile Telefonnummer haben, um sie auch effizient kontaktieren zu können", kündigte Bäte an.

Versicherungen sollen auch einfacher werden

Auch sollen die Kfz-Policen radikal einfacher werden, um so die Lücke zum Marktführer HUK Coburg zu schließen. Mit solchen Maßnahmen will Bäte die Allianz für die Zukunft rüsten. Denn die Zinsen an den Kapitalmärkten werden in den nächsten Jahren niedrig bleiben. Hier wird der Gegenwind rauer werden, da ist sich der Allianz-Chef sicher.

Größte Baustelle im Konzern ist der Industrieversicherer ACGS, der nach einem Führungswechsel saniert und neu aufgestellt werden muss. Die Aktionäre dürften insgesamt dennoch zufrieden sein: Sie können sich nicht nur über einen hohen Aktienkurs freuen, sondern auch über eine auf 9,60 Euro je Aktie angehobene Dividende.

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Der Münchner Versicherer Allianz hat im vergangenen Jahr erneut einen Rekord geknackt. Der Gewinn kletterte um drei Prozent auf fast 12 Milliarden Euro. Die Erwartungen der Analysen vorab sind damit deutlich übertroffen.