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Aiwanger: "Wir akzeptieren die Conti-Werksschließung nicht" | BR24

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Der bayerische Wirtschaftsminister will bei Conti noch einmal appellieren, dass am Standort Roding gut ausgebildete Arbeitskräfte vorhanden seien und eine Werksschließung überdacht werden solle, so Hubert Aiwanger im Gespräch mit der Rundschau.

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Aiwanger: "Wir akzeptieren die Conti-Werksschließung nicht"

Nachdem bekannt wurde, dass der Autozulieferer Continental sein Werk in Roding im Kreis Cham dicht machen will, kämpfen IG Metall und Beschäftigte gegen die Werksschließung. Auch Wirtschaftsminister Aiwanger will die Entscheidung nicht akzeptieren.

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Die Gewerkschaft IG Metall und die Stadt Roding kämpfen gegen die Schließung des dortigen Continental-Werks mit 540 Beschäftigten. "Wir haben fast fünf Jahre Zeit, eine Alternative für die Fertigung zu finden", sagte die zweite Bevollmächtigte der IG Metall Regensburg, Olga Redda, am Mittwoch.

Der von der Schwäche der Autoindustrie betroffene Zulieferer Continental will das Werk, in dem Komponenten für Benzin- und Dieselmotoren hergestellt werden, im Jahr 2024 schließen. 320 Arbeitsplätze sollen wegfallen, 220 verlagert werden.

Standort könnte Musterbeispiel werden

In Roding sei alles vorhanden, um statt Komponenten für Verbrennungsmotoren solche für die Elektromobilität herzustellen, sagte Redda. Der Standort könne zu einem "Musterbeispiel" werden, wie Continental mit dem Wandel der Fahrzeugtechnologie umgehe. "Wir wissen, dass das mit Kosten verbunden ist", sagte Redda. Aber man habe Zusagen für Unterstützung vom Land.

Auch der Rodinger Bürgermeister, Franz Reichold (CSU), kritisiert die Schließung und hofft auf politische Unterstützung. Für Mittwochabend war ein Gespräch mit Stadt, Betriebsrat und Vertretern des bayerischen Wirtschaftsministeriums angesetzt. Reichold sagte: "Die Fachleute im Werk können auch Elektromobilität." Kommende Woche soll es der IG Metall zufolge weitere Gespräche im Wirtschaftsministerium in München geben. Dann will die Gewerkschaft auch in Roding zu Protesten aufrufen.

Aiwanger akzeptiert Werksschließung nicht

Bayerns Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger (Freie Wähler) hat den Autozulieferer Continental aufgefordert, die Arbeitsplätze in Roding zu erhalten.

"Wir akzeptieren die geplante Werksschließung nicht. Conti hat Unterstützung des Freistaats Bayern erhalten und will sich nun aus dem Staub machen und die Mitarbeiter vor die Tür setzen. Das ist unanständig. Roding hat anpassungsfähige, gut ausgebildete Mitarbeiter, mit denen zukunftsfähige Produkte hergestellt werden können. Wir pochen darauf, diese Arbeitsplätze und den Standort Roding zu erhalten, sonst beschädigt Continental auch sein bisher gutes Verhältnis zum Freistaat Bayern." Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger

Auch die Bundestagsabgeordnete Marianne Schieder (SPD) reagierte verärgert und mit Unverständnis. Das Verhalten der Conti-Geschäftsführung sei in keiner Weise nachvollziehbar.

Continental hatte bereits vergangene Woche ein Umbauprogramm für den Konzern angekündigt. Weltweit dürften bis 2023 rund 15.000 Jobs von Veränderungen betroffen sein, davon 5.000 in Deutschland. Bis 2029 dürften sogar 20.000 Stellen betroffen sein, davon 7.000 in Deutschland.

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Nachdem bekannt wurde, dass der Autozulieferer Continental sein Werk in Roding im Kreis Cham dicht machen will, kämpfen IG Metall und Beschäftigte gegen die Werksschließung. Auch Wirtschaftsminister Aiwanger will die Entscheidung nicht akzeptieren.