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Flexiblere Arbeitszeiten in der Gastronomie gefordert
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Johannes Lenz
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Flexiblere Arbeitszeiten in der Gastronomie gefordert

Viele Mitarbeiter in der Gastronomie würden gerne länger arbeiten und nach einem Acht-Stunden-Tag noch etwas dazu verdienen, so das bayerische Wirtschaftsministerium. Doch das dürfen sie laut Gesetz nicht. Denn bisher ist eine tägliche Arbeitszeit von acht, in Ausnahmefällen von zehn Stunden vorgesehen.

Dreizehn Stunden statt zehn als Obergrenze

Aus Aiwangers Sicht sind die aktuellen Arbeitszeitgesetze zu starr und führen zu Personalmangel.

"Dieser Personalmangel ist politisch hausgemacht durch die praxisfremde starre Arbeitszeitregelung. Das hat sich mittlerweile zur Wachstumsbremse im Gastgewerbe entwickelt." Hubert Aiwanger, Bayerischer Wirtschaftsminister, Freie Wähler

Geht es nach dem bayerischen Wirtschaftsminister, sollen Gastro-Mitarbeiter täglich nicht mehr bis zu zehn, sondern bis zu dreizehn Stunden arbeiten dürfen. Der Deutsche Hotel- und Gaststättenverband (DEHOGA) unterstützt den Vorschlag des Wirtschaftsministers.

"Es würde uns ein bisschen mehr Flexibilität bringen. Es gibt viele Feiern, deren Ende nicht planbar ist. Und dann sind Mitarbeiter vielleicht schon zehn Stunden da und müssen theoretisch nach Hause geschickt werden. Es geht nicht um mehr Arbeitszeit, sondern um flexiblere Arbeitszeiten." Monika Poschenrieder, DEHOGA Bayern

Gewerkschaft: Arbeitszeiten sollen verschleiert werden

Die Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG) sieht flexiblere Arbeitszeiten kritisch. Dabei verweist sie auf Gastronomiebetriebe, die sich nicht an Arbeitszeitpläne halten.

"Die Arbeitszeiten sollen verschleiert werden. Schon jetzt wird weit über acht oder zehn Stunden gearbeitet. Bloß die Arbeitszeiten werden nicht aufgeschrieben. Wir haben hier ein akutes Personalproblem. Wenn man genug Personal hätte, dann könnte man auch die Arbeitszeit entsprechend abdecken." Mustafa Öz, Landesvorsitzender NGG Bayern

Die Gewerkschaft rät allen Gastro-Mitarbeitern, ein Zeitkonto im Arbeitsvertrag festzuhalten und die Überstunden zu notieren. Die Qualität der Arbeit würde deutlich leiden, sollte die Forderung des Wirtschaftsministers nach einem Arbeitstag mit bis zu dreizehn Stunden umgesetzt werden.

Flexiblere Verteilung statt mehr Arbeit

Die Gastronomen entgegnen den Gewerkschaften, es gehe nicht um mehr Arbeit, sondern lediglich darum, sie flexibler zu verteilen. Viele Gastronomiebetriebe haben Personalmangel. Diesen könnten flexiblere Arbeitszeiten mindern, so die Arbeitgeber.

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