BR24 Logo
BR24 Logo
Startseite

Aiwanger äußert sich zu Kritik von oberfränkischem Brauer | BR24

© BR
Bildrechte: BR

Die Gastronomie leidet unter den Lockdown-Maßnahmen. Michael Schmitt von Nikl-Bräu ging vorige Woche mit seiner Wutrede viral. Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger (Freie Wähler) hat sich nun seinen und den Fragen anderer Unternehmer gestellt.

Per Mail sharen
  • Artikel mit Video-Inhalten

Aiwanger äußert sich zu Kritik von oberfränkischem Brauer

Weil Brauereigaststätten als Mischbetrieb zählen, können sie keine November- und Dezemberhilfen beantragen. Ein oberfränkischer Brauer kritisiert das scharf. Im Gespräch bei BR24 LIVE richtet er seine Kritik an den Bayerischen Wirtschaftsminister.

Per Mail sharen
Von
  • Annika Svitil

Michael Schmitt ist Inhaber des Brauereigasthofs Nikl Bräu in Pretzfeld im Landkreis Forchheim. Mit einem Video auf der Facebookseite seines Betriebs landete er vergangene Woche einen viralen Hit. Darin kritisiert er die Corona-Maßnahmen der Regierung. Die November- und Dezemberhilfen, die die Gastronomie beantragen darf, gelten für ihn nämlich nicht. Als Brauereigasthof gilt er als Mischbetrieb und fällt damit durch das Raster. Doch auch er kann seine Kosten seit Monaten nicht decken und machte im vergangenen Jahr nur ein Drittel seines normalen Umsatzes. Seinen Unmut brachte er bei BR24 LIVE zum Ausdruck und stellte dem Bayerischen Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger (Freie Wähler) seine Forderungen.

"Bitter, dass man mit zweierlei Maß misst"

Konkret wollte Michael Schmitt wissen, ob sich der Wirtschaftsminister vorstellen könne, unter welchen Existenzängsten er und seine Kollegen leiden. Hubert Aiwanger, der selbst einen kleinen Landwirtschaftsbetrieb hat, äußerte sein Mitgefühl. Es sei bitter, dass man bei den November- und Dezemberhilfen mit zweierlei Maß misst, sagte er weiter. Er verstehe nicht, dass Bäckereien und Konditoreien, die ein Café betreiben die Hilfen beantragen könnten, ein Brauereigasthof oder ein Winzerbetrieb jedoch nicht.

Kritik auf Bundesebene vorgetragen

Dass dieses Problem besteht, sei dem Wirtschaftsminister bekannt. Er habe dies bei Bundeswirtschaftsminister Peter Altmeier (CSU) mehrfach kritisiert. Allerdings ohne Erfolg, erklärte Aiwanger bei BR24 LIVE. Zwar soll die angekündigte "Überbrückungshilfe 3" auch für Mischbetriebe gelten, dennoch könne er diese bundeseinheitliche Entscheidung nicht nachvollziehen.

Runder Tisch mit Unternehmern

Im Gespräch mit Hubert Aiwanger wünschte sich der oberfränkische Brauereigasthofbesitzer außerdem einen runden Tisch, um konkret sinnvolle Corona-Maßnahmen mit betroffenen Unternehmern zu besprechen. Der Wirtschaftsminister begrüßte diesen Vorschlag und lud Michael Schmitt mit seinen Kollegen ins Wirtschaftsministerium ein.

Grundsätzlich räumte Hubert Aiwanger allerdings ein, dass er verstehe, dass es vielen Unternehmern zu lange dauere, bis die bestehenden Hilfen bei den jeweiligen Antragstellern ankommen. Das liege an vielen parallel laufenden Programmen und der aufwendigen Programmierung und Prüfung der Anträge.

Gastronomie soll an Ostern öffnen

Aiwangers Ziel sei es, dass die Gastronomie an Ostern wieder geöffnet werden kann. Das sei notwendig für die Betriebe. Bei den Corona-Maßnahmen sei es wichtig, auf die Virologen zu hören, man dürfe aber nicht Psychologie und Ökonomie außer Acht lassen. Wenn durch den langen Lockdown Gastronomiebetriebe, aber auch Händler ihr Geschäft aufgeben müssen, seien die Maßnahmen auch nicht vertretbar. Bei einem stabilen niedrigen Infektionsgeschehen sehe er einer Öffnung für Gastronomie, Handel und Hotellerie mit entsprechenden Maßnahmen positiv entgegen.

Brauereigaststätte: aktuell keine Perspektive in Sicht

Michael Schmitt hofft wie der Wirtschaftsminister sehr, seine Brauereigaststätte an Ostern wieder öffnen zu können. Andernfalls sehe er keine Perspektive. Seit Monaten mache er ein Minusgeschäft und ohne einen Lichtblick schaue es nicht gut für ihn aus, sagte er im Interview mit dem BR. Dass er mit seinen Ängsten und seiner Kritik nicht alleine ist, bestätigen zahlreiche Anrufe in seiner Gaststätte. Nachdem sein Video auf Facebook viral ging, meldeten sich zahlreiche Unternehmen, die seine Probleme und Forderungen teilen.

"Darüber spricht Bayern": Der neue BR24-Newsletter informiert Sie immer montags bis freitags zum Feierabend über das Wichtigste vom Tag auf einen Blick – kompakt und direkt in Ihrem privaten Postfach. Hier geht’s zur Anmeldung!