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© BR / Stephan Lina
Bildrechte: dpa-Bildfunk/Karl-Josef Hildenbrand

Der Airbus-Konzern will den Konzern deutlich einfacher strukturieren. Deswegen will das Management auch die Augsburger Tochter Premium Aerotec weitgehend in den Mutterkonzern integrieren. Ein weiterer Stellenabbau stehe dabei nicht im Fokus.

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Airbus: Was der Konzernumbau für die Angestellten bedeutet

Die angekündigte Auflösung der Konzerntochter Premium Aerotec ist Teil eines großen Konzernumbaus beim Flugzeughersteller. Angestellte und Gewerkschaft fürchten Stellenstreichungen. Der Konzern bemüht sich um Beschwichtigung.

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Von
  • Stephan Lina

Vor zwölf Jahren hatte die damalige Airbus-Führung verschiedene Werke, die Bauteile für Flugzeuge herstellten, in eine Firma namens Premium Aerotec gepackt und aus dem Konzern ausgegliedert. Ziel war es, das neue Tochter-Unternehmen möglicherweise zu verkaufen, oder zumindest im großen Stil neue Kunden neben Airbus zu gewinnen. Daraus wurde nichts. Nun heißt es: Kommando zurück.

Premium Aerotec vor Aufspaltung

Zum Jahreswechsel soll die jetzige Premium Aerotec aufgelöst werden. Der größte Teil soll mit heutigen Airbus-Werken in Hamburg und Stade zusammengefasst werden. Daraus soll ein ein deutsches Unternehmen mit etwa 7.000 Beschäftigten entstehen, das sogenannte Strukturteile baut. Also das, was im Auto der Karosserie entspricht.

Diesem Bereich spricht Konzernchef Guillaume Faury eine essentielle strategische Bedeutung für die Zukunft von Airbus insgesamt zu, deswegen soll die Firma auch direkt in die Konzernstrukturen integriert werden. Außerdem erfordere die Entwicklung von neuen Flugzeugtypen, die zum Beispiel eine Brennstoffzelle oder Wasserstofftanks haben könnten, eine weniger komplizierte Firmen- und Lieferstruktur.

Zukunft der "Einzelteil"-Sparte offen

Daneben produziert Premium Aerotec aber auch Klein- und Einzelteile wie Befestigungen für den zivilen und militärischen Flugzeugbau, zum Beispiel im sogenannten Werk 4 in Augsburg. Auch für diesen Bereich soll ebenfalls eine eigene Firma geschaffen werden, die nach heutigem Stand etwa 3.500 Mitarbeiter hätte. Sie soll sich nach dem Willen von Airbus auch nach Kunden jenseits des Mutterkonzerns bemühen.

Ob die neue Firma also bei Airbus bleibt oder doch verkauft wird, sei noch offen. Man prüfe verschiedene Eigentümerstrukturen, hieß es bei Airbus. Hier stehe man noch am Anfang der Überlegungen, und auch erst am Beginn der Gespräche mit den Betriebsräten.

Sorgen bei vielen Mitarbeitern

Auch wenn man bei Airbus betont, dass ein möglicher Stellenabbau nicht im Fokus stehe, gibt es in der Belegschaft von Premium Aerotec große Sorgen. Am Rande einer Betriebsversammlung in Augsburg äußerten sich mehrere Mitarbeiter wütend und sprachen von "Zerschlagung" und "Abwicklung" ihres Unternehmens. Auch von Gewerkschaftsseite kam harsche Kritik. Johann Horn, Bezirksleiter der IG Metall Bayern, sagte: "Diese Pläne laufen auf eine Zerschlagung von Premium Aerotec hinaus und gefährden die rund 3.000 Arbeitsplätze in Augsburg. Die IG Metall wird das nicht akzeptieren."

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