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Airbus meldet Milliardenverlust | BR24

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Airbus ist wegen Rekordstrafen im vergangenen Jahr tief in die roten Zahlen gerutscht. Im vergangenen Jahr gab es einen Verlust von knapp 1,4 Milliarden Euro. Aber auch wegen des Militärtransporters A400M gab es Sonderbelastungen.

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Airbus meldet Milliardenverlust

Airbus ist wegen Rekordstrafen im vergangenen Jahr tief in die roten Zahlen gerutscht. Der Luft- und Raumfahrtkonzern machte einen Verlust von knapp 1,4 Milliarden Euro. Aber auch wegen des Militärtransporters A400M gab es Sonderbelastungen.

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Nicht nur bei den Auslieferungen hätte Airbus im vergangenen Jahr einen neuen Rekord erreichen können, sondern auch beim Ergebnis. Doch erst vor kurzem hatte sich der europäische Luft- und Raumfahrtkonzern mit Strafzahlungen von 3,6 Milliarden Euro aus der Korruptionsaffäre freigekauft. Bei dem Skandal ging es um fragwürdige Provisionen beim Flugzeugverkauf.

Daneben haben sich die Exportaussichten für den Militärtransporter A400M verschlechtert. Eine Ursache sei das Verbot von Rüstungsexporten nach Saudi-Arabien, heißt es zur Begründung. Bei dem Konzern ist deshalb die Rede von Sonderbelastungen in Höhe von 1,2 Milliarden Euro. Ein schwacher Trost, auch Boeing ist zuletzt in die roten Zahlen gerutscht, aufgrund des Flugverbots für die 737MAX.

Vorsichtiger Ausblick trotz voller Auftragsbücher

In diesem Jahr will das deutsch-französische Unternehmen rund 880 Zivilflugzeuge ausliefern. Das wären rund 17 mehr als im vergangen Rekordjahr. Ein Großteil wird aus der A320-Familie kommen, wie das Unternehmen mitteilte. Der Konzern lote gemeinsam mit seinen Zulieferern einen weiteren Hochlauf des A320-Programms über die monatliche Produktionsrate von 63 Maschinen hinaus aus. Airbus rechnet zudem wieder mit einem hohen Betriebsgewinn.

Allerdings warnte der Vorstand auch, abhängig sei die Entwicklung, dass Weltwirtschaft und Luftverkehr gemäß den Erwartungen wüchsen und es zu keinen größeren Turbulenzen durch die Ausbreitung des Coronavirus oder den Zollstreit komme. Trotz der roten Zahlen im vergangenen Jahr, soll die Dividende erhöht werden, auf 1,8 Euro je Anteil.

Sorgenkind bleibt der A400M

Probleme gibt es bei der Rüstungssparte Airbus Defence and Space. Deren Umsatz blieb zwar weitgehend stabil, doch die Gewinne gingen deutlich zurück. Ursachen seien schwächere Ergebnisse auf dem Raumfahrtmarkt und Aufwendungen für Vertriebskampagnen. Die Sparte plant ein Restrukturierungsprogramm, bei dem es auch zum Stellenabbau kommen könnte, wie Airbus mitteilte. Daneben werden die Exportaussichten des Militärtransporters A400M als immer schwieriger eingeschätzt. Wenngleich die Neuausrichtung des A400M-Programms abgeschlossen sei. Es habe auch deutliche Fortschritte hinsichtlich der technischen Fähigkeiten gegeben, hieß es.

Neuer Ärger mit Österreich

Österreichs Verteidigungsministerin Klaudia Tanner hat nach den neuen Entwicklungen rund um den Eurofighter-Kauf der Alpenrepublik mit einer Rückabwicklung des Kaufvertrags gedroht. Die ÖVP-Politikerin verlangt von Airbus eine voll umfassenden Kooperation mit den Behörden der Republik bei der endgültigen Aufklärung der Eurofighter-Causa. Österreich hatte sich 2003 für den Kauf von 18 Eurofightern entschlossen, später wurde der Auftrag auf 15 Jets reduziert. Der Kauf ist bis heute das größte Rüstungsgeschäft der Nachkriegsgeschichte in Österreich. Die Alpenrepublik beklagte später, dass sie über Ausstattung und Lieferfähigkeit der Abfangjäger getäuscht worden sei. Zudem kamen bald Korruptionsvorwürfe auf.

Diese erwarte ich insbesondere in der Zusammenarbeit mit der Staatsanwaltschaft, wenn es um Personen und Organisationen geht, die Zuwendungen erhalten haben.»

will eine voll umfassende

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