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Nach BR-Informationen sind unter anderem ranghohe Airbus-Vertreter zu einem Gipfel ins Kanzleramt eingeladen worden

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    Airbus-Gipfel im Kanzleramt verärgert IG Metall und Betriebsrat

    Im Kanzleramt soll nach BR-Informationen heute ein Airbus-Gipfelgespräch stattfinden. Es geht unter anderem um die Zukunft des Augsburger Zulieferers Premium Aerotec. IG Metall und Betriebsrat protestieren, weil sie dazu nicht eingeladen wurden.

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    Von
    • Thomas Pösl

    2.800 Mitarbeiter fertigen bei Premium Aerotec in Augsburg Rumpfteile für Flugzeuge. Geht es nach Airbus, soll die Augsburger Tochter in zwei Unternehmen aufgespalten werden. Weil die IG Metall dadurch Jobverluste befürchtet, protestiert sie seit Wochen lautstark gegen diese Pläne. Irritiert zeigt sich die Gewerkschaft darüber, keine Einladung zu einem Gespräch im Kanzleramt für den 22. Juli erhalten zu haben, obwohl sie nach eigener Aussage gute Ideen für den Standort habe. Gesprochen werde aber nur mit der Konzernspitze.

    Gespräch über Airbus und den Luftfahrtstandort Deutschland

    Nach BR-Informationen sind unter anderem ranghohe Airbus-Vertreter ins Kanzleramt eingeladen worden. Teilnehmer des Gesprächs sollen Kanzleramtsminister Helge Braun und der Koordinator der Bundesregierung für Luft- und Raumfahrt, Thomas Jarzombek, sein. Dem Vernehmen nach geht es um die Zukunft des Luft- und Raumfahrtstandortes Deutschland. Die Bundesrepublik Deutschland hält elf Prozent der Anteile an Airbus.

    IG Metall fordert zukunftsfähige Lösungen

    Da die Arbeitnehmerseite nicht am Gipfelgespräch im Kanzleramt teilnehmen darf, äußert sie ihren Unmut in einem Brief an Kanzleramtsminister Braun. Unterzeichner sind unter anderem IG Metall-Vorstand Jürgen Kerner, Airbus-Betriebsratsvorsitzender Holger Junge und Premium Aerotec-Gesamtbetriebsratsvorsitzender Thomas Busch. “Wir brauchen zukunftsfähige Lösungen für die Standorte”, heißt es in dem Protestbrief. Die habe die Gewerkschaft anzubieten. “Wir brauchen eine klare Positionierung und ein Eingreifen des Bundeskanzleramtes” fordert auch Michael Leppek von der IG Metall Augsburg.

    Kritiker beklagen Bevorzugung von französischer Airbus-Tochter

    Vertreter aus Politik und Wirtschaft werfen der Konzernspitze von Airbus auch eine Ungleichbehandlung gegenüber Frankreich vor. Im Nachbarland werde die Airbus-Tochter Stelia Aerospace vollständig in den Mutterkonzern Airbus eingegliedert. “Nachdem Deutschland und Frankreich je elf Prozent an Airbus halten, ist alles auch immer eine politische Frage”, so der Augsburger Bundestagsabgeordnete Volker Ullrich (CSU). “Mein Appell ist, dass man nicht nur aus industriepolitischen Gründen, sondern auch vor dem Hintergrund der Gleichberechtigung zwischen Deutschland und Frankreich hier nicht unterschiedlich verfahren sollte”, so Ullrich im Gespräch mit dem BR. Der Bundestagsabgeordnete fordert, auf die Aufspaltung von Premium Aerotec zu verzichten. Ullrich zufolge würde das Arbeitsplätze sichern. Auch Augsburgs IG Metall-Vertreter Michael Leppek ist der Meinung, dass deutsche Mitarbeiter nicht schlechter gestellt werden dürften als französische.

    Gewerkschaft befürchtet Jobverluste

    Airbus hatte angekündigt, die zivile Flugzeugstrukturfertigung grundlegend umzubauen. Teile von Premium Aerotec in Augsburg sollen in neue Gesellschaften ausgelagert werden: In ein neues Unternehmen für die Einzelteilfertigung und eine weitere Tochtergesellschaft für die Strukturmontage.

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    • Thomas Pösl
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