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Air Berlin: Kunden werden zunehmend allein gelassen | BR24

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    Air Berlin: Kunden werden zunehmend allein gelassen

    Knapp eine Woche nach dem Insolvenzantrag von Air Berlin deutet vieles auf eine Zerschlagung der zweitgrößten deutschen Fluggesellschaft hin. Leidtragende dürften nicht zuletzt viele Kunden sein. Von Stephan Lina

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    Auch am Wochenende waren wieder Flüge verspätet, einige Verbindungen wurden ganz gestrichen. Entschädigungen soll es dafür aber nicht mehr geben. Die Kunden werden vom Gesetzgeber allein gelassen, klagen Verbraucherschützer. Eigentlich steht Passagieren in der Europäischen Union eine Entschädigungszahlung zu, wenn ihr Flug mit deutlicher Verspätung oder gar nicht startet. Gerade Air Berlin galt hier schon vor dem Insolvenz-Antrag als notorische Problem-Airline. Tausende Passagiere werden nun wohl auf ihren berechtigten Forderungen sitzen bleiben.

    Keine Entschädigungszahlungen mehr

    Wie Air Berlin mitteilt, wurde die Auszahlung von Entschädigungen eingestellt. Auch Steuern und Gebühren werden nicht mehr erstattet, wenn ein Kunde eine Buchung storniert. Das Unternehmen begründet dies mit dem Insolvenzrecht. Betroffen sind auch die mehr als vier Millionen Mitglieder des Vielfliegerprogramms Topbonus. Seit der vergangenen Woche können die Kunden ihre angesparten Meilen nicht mehr in Prämien wie Freiflüge umwandeln. Der schwarze Peter der Insolvenz bleibt damit bei den Passagieren hängen, kritisieren Verbraucherschützer. Seit Jahren fordern sie für Flugbuchungen einen Sicherungsschein, wie er bei Pauschalreisen üblich ist. Eine Novelle der EU-Passagierrechte scheitert aber ebenfalls seit Jahren an einem Streit zwischen Spanien und Großbritannien um den Status des winzigen Flughafens von Gibraltar.