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© dpa/pa/Jochen Tack

Patientin beim Arzt

Ein neues Gesetz soll die Versorgung von Patienten verbessern. Doch Ärzte kritisieren den Entwurf zum Terminservice- und Versorgungsgesetz des Bundesgesundheitsministeriums. Der Gesetzentwurf packe die Ursachen nicht an und mache die Terminvergabe an Patienten umständlicher, so die Kritik der Mediziner.

Schneller einen Termin beim Facharzt bekommen

Dabei soll der Vorschlag eigentlich dazu führen, dass Patienten schneller einen Termin beim Facharzt erhalten. Ärzte sollen mehr Sprechzeiten für Kassenpatienten anbieten. Es soll mehr Anreize für Mediziner geben, eine Praxis auf dem Land zu betreiben. Die Kassen sollen für ihre Versicherten elektronische Patientenakten entwickeln. Das sind nur einige Punkte in dem Gesetzespaket, das Gesundheitsminister Jens Spahn in den nächsten Wochen durch den Bundestag bringen möchte.

Bei vielen Medizinern stoßen die Pläne auf Widerstand

Doch es hagelt bereits Proteste. Die Terminservicestellen seien überflüssige Bürokratie, kritisiert etwa der Verein "Freie Ärzteschaft". Die Zahl der Kassen-Sprechstunden von 20 auf 25 auszudehnen sei Unsinn, weil die meisten Ärzte jetzt schon insgesamt mehr als 50 Stunden pro Woche arbeiten würden.

"Dadurch soll der Eindruck erweckt werden, die Ärzte seien faul und man müsste sie auf Trab bringen. Minister Spahn diffamiert mit seiner Forderung unsere ganze Berufsgruppe." Axel Brunngraber, stellvertretender Vorsitzender der Freien Ärzteschaft

Ärzte argumentieren, dass Patienten benachteiligt werden

Die Ärzte argumentieren, dass auch bestimmte Patienten durch das neue Gesetz benachteiligt würden, zum Beispiel psychisch Kranke. Für sie sei das Gesetz eine Zumutung, weil die Notwendigkeit und Art der Therapie erst von Gutachtern geprüft werden sollen.

Die Freie Ärzteschaft ruft deswegen Mediziner in ganz Deutschland auf, Patienten über die Gesetzespläne zu informieren, auch einige Kundgebungen sind geplant.