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Ärztekammer kritisiert Pläne von Gesundheitsminister Spahn | BR24

© BR/Nikolaus Nützel

Die bayerischen Ärzte warnen vor einer Überfrachtung der Krankenhäuser mit zusätzlichen Aufgaben.

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Ärztekammer kritisiert Pläne von Gesundheitsminister Spahn

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) will die Versorgung von Patienten, die dringend einen Arzt brauchen, neu ordnen. Bayerns Landesärztekammer warnt vor überflüssigen neuen Strukturen und diskutiert das Thema auch beim Bayerischen Ärztetag.

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Mit neuen "Integrierten Notfallzentren" an bestimmten Krankenhäusern will Bundesgesundheitsminister Spahn die Notfallversorgung verbessern. Sie sollen an sieben Tagen in der Woche rund um die Uhr Anlaufstellen für Patienten sein, die keine lebensbedrohlichen Gesundheitsprobleme haben, aber dringend von einem Arzt behandelt werden möchten.

Weitreichende Reform

Bislang übernehmen die niedergelassenen Kassenärzte im Rahmen des sogenannten Sicherstellungsauftrags diese Aufgabe. Das heißt, sie kümmern sich entweder zu ihren regulären Praxiszeiten oder, außerhalb der Sprechzeiten, über den ärztlichen Bereitschaftsdienst und Bereitschaftspraxen um Patienten, die kein Fall für den Rettungsdienst oder Krankenhaus-Notaufnahmen sind. Doch nach Ansicht von Bundesgesundheitsminister Spahn erfüllen die niedergelassenen Ärzte und ihre Dachorganisationen, die Kassenärztlichen Vereinigungen, diesen Auftrag nicht mehr ausreichend.

Ärztekammer befürchtet Doppelstrukturen

Dem widerspricht der Präsident der Bayerischen Landesärztekammer, Gerald Quitterer: "Das System funktioniert und bedarf keiner gesetzlichen Neuregelung", sagte er kurz vor Beginn des Bayerischen Ärztetags.

"Ich sehe das Risiko, dass wir jetzt eine neue Versorgungsebene schaffen: Nämlich eine jederzeit verfügbare Anlaufstelle, die den Patienten verleitet, nur noch diese Struktur in Anspruch zu nehmen, und nicht mehr - was sich bisher bewährt hat - den Hausarzt, den niedergelassenen Arzt." Gerald Quitterer, Bayerische Landesärztekammer

Widerstand gegen die Pläne des CDU-Gesundheitsministers Spahn gibt es allerdings auch vom Koalitionspartner SPD. Deren Gesundheitsexperte Karl Lauterbach warnte kürzlich vor einer "Verdoppelung der Bürokratie".