Teilnehmer eines Warnstreiks der Gewerkschaft Marburger Bund
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Teilnehmer eines Warnstreiks der Gewerkschaft Marburger Bund in München

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Ärztegewerkschaft Marburger Bund hält Basis für kampfbereit

In Bayern sind am Donnerstag Klinikärzte in einen Warnstreik getreten - für eine bessere Bezahlung. Die Gewerkschaft Marburger Bund hatte zu Aktionen in sechs Bundesländern aufgerufen. In München fand die zentrale Kundgebung statt.

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Die Tarifverhandlungen zwischen der Gewerkschaft Verdi, Beamtenbund und kommunalen Arbeitgebern sind gescheitert – dort hat ein Schlichtungsverfahren begonnen. Parallel dazu verhandelt die Ärztegewerkschaft Marburger Bund über die Bezahlung an kommunalen Krankenhäusern – auch dort liegen beide Seiten weit auseinander. Der Warnstreik, zu dem der Marburger Bund heute aufgerufen hatte, war möglichweise nicht der letzte. Das wurde auch bei der zentralen Kundgebung in München deutlich.

Ärzte wollen deutlich mehr Geld

Auch die Ärztinnen und Ärzte greifen zu Trillerpfeifen, wenn sie ihre Tarifforderungen unterstreichen wollen. Nach Angaben des Marburger Bundes waren rund 4.000 Krankenhausärzte zur Streik-Kundgebung nach München gekommen. Der Vizechef der Gewerkschaft, Andreas Botzlar, weiß, dass die Forderung nach rund zwölf Prozent mehr Geld üppig klingt. Doch es gehe vor allem darum, für die 55.000 Ärztinnen und Ärzte an kommunalen Kliniken die Teuerung auszugleichen, plus 2,5 Prozent oben drauf. Wenn man es so betrachte, müssten auch die Arbeitgeber eines sehen, findet er: "Dass es eigentlich die moderateste Forderung ist, die der Marburger Bund je aufgestellt hat."

Marburger Bund: Ärzteberuf muss attraktiv bleiben

Auch um dem Ärztemangel zu begegnen, von dem immer wieder die Rede ist, müssten die Arbeitgeber für gute Löhne sorgen, argumentiert der Marburger Bund. Und eine gute Ausstattung der Kliniken mit Ärzten, die zufrieden mit ihrer Bezahlung sind, sei wiederum im Interesse der Patienten. Bislang haben die Arbeitgeber allerdings kein Angebot vorgelegt und lehnen die Forderung der Gewerkschaft als völlig überzogen ab.

Die Vereinigung der kommunalen Arbeitgeber (VKA) kritisierte den Warnstreik als unnötiges Muskelspiel zu Lasten der Patienten. Der Marburger Bund habe keinerlei Verständnis für die finanziell angespannte Situation in den Krankenhäusern, hieß es. Die Verhandlungen werden am Montag fortgesetzt.

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