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Adler-Insolvenz: Unternehmen will alle Arbeitsplätze erhalten | BR24

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Die Modekette Adler meldet Insolvenz an. Tausende Mitarbeiter müssen nun um ihre Jobs bangen. Das Unternehmen versucht sich in Eigenregie zu retten.

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Adler-Insolvenz: Unternehmen will alle Arbeitsplätze erhalten

Die Corona-Krise hat der Modekette Adler schwer zugesetzt. Das Unternehmen mit Sitz in Haibach bei Aschaffenburg ist insolvent. Die Geschäftsleitung ist trotzdem zuversichtlich und hofft, alle Arbeitsplätze und Filialen erhalten zu können.

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Von
  • Carol Lupu

Die Adler Modemärkte AG hat wegen Überschuldung einen Antrag auf Eröffnung eines Insolvenzverfahrens in Eigenverwaltung gestellt. Insgesamt beschäftigt Adler über 3.300 Menschen, davon fast 770 in Bayern. Inwiefern sie von der Insolvenz des Modekonzerns Adler betroffen sind, wird sich wohl erst noch zeigen. Die Geschäftsleitung gibt sich aber trotz Insolvenz zuversichtlich.

Adler will Arbeitsplätze, Filialen und Zentral-Standort erhalten

Ziel sei es, sämtliche Arbeitsplätze und Filialen zu erhalten, heißt es von einem Sprecher des Unternehmens mit Blick auf die anstehenden Verhandlungen. Auch der Standort Haibach als Zentrale des Modekonzerns solle gehalten werden und der Vorstand in der jetzigen Form weiterbestehen. "Es soll weiterlaufen, wie es jetzt auch läuft", so der Sprecher. Zur Beratung und Unterstützung hat Adler den Rechtsanwalt Christian Gerloff aus München zum Generalbevollmächtigten bestellt.

Corona-Lockdown führte den Modekonzern in die Krise

Laut Unternehmenssprecher war es nicht möglich, die Liquiditätslücke über Kapitalzufuhr, Unterstützungsfonds oder durch Investoren zu schließen. Den einzigen Grund für die finanzielle Schieflage sieht das Unternehmen in der Corona-Krise und die dadurch bedingten Schließungen der Läden. Im Mai 2020 hatte Adler dank einer Staatsbürgschaft Kredite erhalten, um durch die Corona-Krise zu kommen.

Sanierung während des Insolvenzverfahrens

Dennoch nimmt sich Adler viel vor. Man habe im Jahr 2019 einen Überschuss von 70 Millionen Euro erwirtschaftet und hatte keine Bankverpflichtungen. Der Konzern ist also laut Unternehmenssprecher gut in das Jahr 2020 gegangen. Ziel des mehrwöchigen Insolvenzverfahrens soll eine Sanierung von Adler sein.

Europaweit 3.356 Beschäftigte in 171 Filialen

Adler hat insgesamt 3.356 Beschäftigte. Die meisten von ihnen arbeiten in den Filialen im Verkauf. Seine Waren lässt das Unternehmen hauptsächlich in Fernost, teils aber auch in Europa herstellen. Insgesamt habe Adler 171 Läden verteilt auf Deutschland, Österreich, die Schweiz und Luxemburg, sagte der Sprecher. In Bayern sind es 769 Beschäftigte und 21 Modemärkte. Mit seiner Mode hat Adler bislang überwiegend ältere Kundschaft ab 55 Jahren angesprochen.

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