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Adidas: Sorgen wegen Reebok | BR24

© Daniel Karmann / dpa

Vorstandsvorsitzender Kasper Rorsted spricht bei der Hauptversammlung in Fürth

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    Adidas: Sorgen wegen Reebok

    Kurz vor dem Firmenjubiläum im August hat sich Adidas seinen Aktionären in Fürth mit Rekordzahlen präsentiert. Das Europa-Geschäft und die Tochter Reebok machen aber Sorgen. Aktionärsvertreter mahnen außerdem menschenwürdige Löhne bei Zulieferern an.

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    "Wir werden 70 Jahre alt, aber keine Angst, wir fühlen uns fit wie ein Turnschuh." Das sagte Adidas-Vorstandschef Kasper Rorsted heute auf der Hauptversammlung in Fürth. Rorsted erinnerte an den Firmengründer: "In der Waschküche seiner Mutter fertigte er die ersten Schuhe. Adi Dassler wäre stolz, wenn er sehen könnte, was aus seinem Adidas geworden ist."

    Adidas auf Wachstumskurs

    Der Umsatz des Sportartikelherstellers wuchs 2018 um 8 Prozent auf 21,9 Milliarden Euro, der Gewinn um 20 Prozent auf 1,7 Milliarden Euro. Der Aktienkurs kletterte auf rund 250 Euro. Das sind alles Bestwerte in der Geschichte des Unternehmens mit 57.000 Mitarbeitern. Im laufenden Jahr soll der Erlös um 5 bis 8 Prozent wachsen, der Gewinn um 10 bis 14 Prozent.

    Fitness-Marke Reebok schwächelt

    Für Ärger bei Investoren sorgte jedoch, dass die Deutsche Prüfstelle für Rechnungslegung in der Bilanz den Wert der schwächelnden Adidas-Tochter Reebok als zu hoch bemängelte. Daraufhin musste eine Wertberichtigung von 572 Millionen Euro vorgenommen werden. Kleinaktionärsvertreter warfen dem Vorstand vor, den Buchwert der Fitness-Marke schön zu reden. Finanzvorstand Harm Ohlmeyer versicherte, durch den Vorgang sei kein finanzieller Schaden entstanden.

    Der Vertreter der Deutschen Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz (DSW), Erik Besold, hinterfragte das Reebok-Investment insgesamt und fragte, ob für den Vorstand auch eine Trennung von der US-Tochter denkbar sei, die seit Jahren hinter den Erwartungen zurückbleibe. Rorsted, der vor zweieinhalb Jahren den Chefposten bei Adidas übernahm, sagte, er wolle an der Marke festhalten, weil sie Adidas auf dem Fitnessmarkt wichtige Wachstumspotenziale ermögliche. Außerdem sei Reebok 2018 in die Gewinnzone zurückgekehrt.

    Konkurrenten Nike und Puma holen in Europa auf

    Zudem bremsen Produktionsengpässe das Nordamerikageschäft. Dort allerdings sieht Rorsted die größten Chancen für Adidas. "Nachfragespitzen konnten nicht vollständig befriedigt werden", räumte der Däne ein. Man habe aber zusätzliche Kapazitäten geschaffen, außerdem würden Waren per Flugzeug in die USA und nach Kanada transportiert. Auch das schwache Europageschäft warf Fragen bei Aktionären auf. Hier stagniert der Umsatz, die Konkurrenten Nike und Puma holen auf.

    Neue Aufsichtsratsmitglieder für den Sportartikelhersteller

    Neu in den Aufsichtsrat wählten die Anteilseigner neben Bertelsmann-Chef Thomas Rabe Daimler-Finanzvorstand Bodo Uebber und die chinesische Managerin Jing Ulrich. Nicht mehr zur Wahl an traten Deutsche-Post-Chef Frank Appel, die ehemalige Fußball-Nationalspielerin Katja Kraus sowie der Unternehmensberater Willi Schwerdtle. Der 74-jährige Aufsichtsratschef Igor Landau wurde aus Altersgründen nur bis 2020 wiedergewählt.

    Autor
    • Florian Deglmann
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