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Siemens überrascht mit hohem Gewinn | BR24

© Stephan Lina/BR

Siemens hat am Vormittag seine Bilanz für das abgelaufene Geschäftsjahr vorgelegt. Für Konzernchef Kaeser war es die letzte Jahresbilanz die er präsentiert, da er im Februar den Chefposten an seinen Nachfolger Roland Busch übergibt.

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Siemens überrascht mit hohem Gewinn

Siemens hat im Schlussspurt des Geschäftsjahres einen großen Teil der Einbußen aus der Corona-Krise wieder aufgeholt. Im vierten Quartal stieg das operative Ergebnis sogar um zehn Prozent und übertraf die Erwartungen der Analysten deutlich.

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Von
  • Stephan Lina
  • Ralf Schmidberger

Siemens hat im Schlussspurt des Geschäftsjahres einen großen Teil der Einbußen aus der Corona-Krise wieder aufgeholt. Das bereinigte operative Ergebnis aus dem Industriegeschäft lag im 2019/20 mit 7,6 Milliarden Euro nur um drei Prozent unter dem Vorjahresniveau, wie der Technologiekonzern mitteilte. Im vierten Quartal stieg das operative Ergebnis sogar um zehn Prozent und übertraf die Erwartungen der Analysten deutlich. Zum ersten Mal seit dem Amtsantritt von Vorstandschef Joe Kaeser vor sieben Jahren sinkt deshalb die Dividende: auf 3,50 von 3,90 Euro je Aktie.

Kaesers letzte Siemens-Bilanz

So hätte sich Joe Kaeser seinen letzten großen Auftritt als Siemens-Chef vor der Presse sicher nicht vorgestellt. Coronabedingt wird er heute zusammen mit seinem Nachfolger Roland Busch und mit Ralf Thomas, seinem Begleiter als Finanzvorstand, allein im großen Auditorium am Wittelsbacherplatz in München sitzen. Mit den Journalisten können sie sich nur über Video unterhalten.

Kaeser krempelte Siemens um

Kaeser wird zum letzten Mal die Bilanz des Münchner Konzerns für das abgelaufene Geschäftsjahr vorlegen. Mit Spannung werden nicht nur die Zahlen erwartet, sondern auch der Blick in die Zukunft. Denn nach Jahren des Umbaus steht der Münchener Elektronikriese künftig auf deutlich weniger Standbeinen als in der Vergangenheit.

Kaum ein deutscher Konzern hat sich in den vergangenen Jahren so radikal neu ausgerichtet wie Siemens. Binnen kurzer Zeit hat das Unternehmen Bereiche abgespalten, die für sich jeweils größer sind als so mancher DAX-Konzern. Vorerst letzter Schritt dieses milliardenschweren Umbaus war Ende September der Börsengang von Siemens Energy, wo klassisches Kraftwerksgeschäft und Windenenergie gebündelt sind.

Analysten rechnen mit vier Milliarden Euro Gewinn

Die Corona-Krise hat Siemens überraschend gut überstanden: Analysten zufolge dürfte es bei einem Umsatz von 53,2 Milliarden Euro - ohne Siemens Energy - zu einem Nettogewinn von fast vier Milliarden Euro reichen. Das ist zwar mindestens eine Milliarde weniger als vor Beginn der Pandemie geplant, sieht aber weit besser aus als bei vielen Konkurrenten.

Künftig steht Digitalisierung im Mittelpunkt

Künftig will die verbliebene Siemens AG vor allem auf das Thema Digitalisierung setzen, also zum Beispiel vernetzte Fabriken und smarte Infrastrukturen. Dazu kommt noch die Schienentechniksparte Siemens Mobility.

In dieser Aufstellung will man schlanker, schneller und rentabler sein als in der Vergangenheit. Für diese Neuausrichtung hatte Kaeser in den vergangenen Jahren als Konzernchef gekämpft.

Kaeser-Nachfolger Busch sieht Vorsprung

Kaeser bleibt offiziell bis zur Hauptversammlung Anfang des kommenden Jahres an Bord. Das operative Geschäft führt aber bereits seit Oktober Kaesers designierter Nachfolger Roland Busch. Dieser hatte zuletzt in einem Interview angekündigt, Siemens sei beim Thema Digitalisierung besser aufgestellt als die Konkurrenz und werde aus eigener Kraft wachsen.

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