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Abfindung? - Darauf müssen Sie dabei achten! | BR24

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Worauf man bei Abfindungen achten muss

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Abfindung? - Darauf müssen Sie dabei achten!

Wer nach einer Kündigung eine Abfindung vom Arbeitgeber erhalten will, sollte sich beeilen: Denn nach drei Wochen verfällt die Möglichkeit, eine Abfindung herauszuholen. Die Höhe der Summe kann auch beim Arbeitslosengeld eine Rolle spielen.

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Bis Mitte Juli war Matthias bei einem Touristikunternehmen angestellt. Dann hat ihm sein Arbeitgeber wegen der Umsatzeinbußen in der Corona-Krise gekündigt. "Das war erst mal ein Schock. Während des Kündigungsgespräches habe ich gefragt, wie es mit Abfindungen ausschaut. Da hieß es: 'Gibt es bei uns nicht'", erzählt Matthias, der eigentlich anders heißt.

Mit Hilfe seiner Rechtsschutzversicherung hat er nach zweieinhalb Beschäftigungsjahren dann aber doch noch eine Abfindung in Höhe von 4.100 Euro erhalten. Dafür musste er eine Verschwiegenheitserklärung unterschrieben. Das ist der Grund, weshalb er nicht erkannt werden möchte.

Zahl der Kündigungen steigt - Abfindung ist zeitkritisch

Wie Matthias geht es in der Pandemie vielen Arbeitnehmern. Der Berliner Arbeitsrechtler Ashkan Saljoughi berät derzeit deutlich mehr Mandanten bei Abfindungen als sonst. Er spürt eine Zunahme an Kündigungen und rechnet auch in den nächsten Monaten mit weiteren Kündigungswellen.

Wer sich nach einer Kündigung eine Abfindung erhofft, sollte sich beeilen: "Man hat nur drei Wochen ab Ausspruch der Kündigung, um dagegen vorzugehen. Wenn man in diesen drei Wochen nichts macht, dann gilt die Kündigung als wirksam", erklärt Saljoughi.

Vorsicht bei der Höhe der Abfindung

Wenn die Verhandlung über eine Abfindung erfolgreich ist, kommt aber die nächste Tücke: Der Arbeitnehmer muss darauf achten, dass die Abfindung pro Jahr nicht über dem Faktor von 0,5 Bruttomonatsgehältern liegt. Sonst kann es passieren, dass er vom Arbeitsamt drei Monate lang kein Arbeitslosengeld bekommt.

Für die Höhe der Abfindung heißt das: Wenn der Mitarbeiter 2.000 Euro brutto pro Monat verdient hat, liegt beim Berechnungsfaktor von 0,5 sein Abfindungsanspruch bei 1.000 Euro pro Jahr. Nach fünf Jahren Beschäftigung darf die Abfindung dann höchstens 5.000 Euro brutto betragen, damit der Anspruch auf Arbeitslosengeld für die ersten drei Monate nicht verfällt.

Ostdeutsche erhalten weniger Abfindung als Westdeutsche

Laut einer kürzlich veröffentlichten Studie der Berliner Kanzlei Chevalier gibt es starke regionale Unterschiede bei der Höhe der Abfindungen. In Bayern liegt die durchschnittliche Abfindungshöhe bei 14.100 Euro. In Sachsen beträgt sie nur 4.000 Euro.

Auch zwischen den Geschlechtern ist die Abfindungssumme ungleich verteilt. So bekommen Frauen 43% weniger an Abfindung als Männer. Und das auch, weil sie im Schnitt weniger verdienen als ihre Kollegen.

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Die Corona-Krise zwingt viele Unternehmen zu Sparmaßnahmen. Die Folge Stellenabbau. Viele Arbeitnehmer wollen nicht ohne Abfindung gehen, doch ein Recht auf Abfindung gibt es bei einer Kündigung nicht. Wenn man sie erhält, ist einiges zu beachten.

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