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Wirtschaft

80 Kleinunternehmer kritisieren Corona-Soforthilfe | BR24

© BR-Studio Franken/Schulze

Kleinkunst- und Konzertbühne Orpheum in Nürnberg.

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    80 Kleinunternehmer kritisieren Corona-Soforthilfe

    Kleinunternehmer und Kulturschaffende kritisieren die Corona-Soforthilfe des Freistaates. Man müsse erst an den Rand einer Privatinsolvenz gehen, um das Geld zu bekommen, heißt es in einem offenen Brief mit mehr als 80 Unterzeichnern aus ganz Bayern.

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    Für Kleinunternehmer und Kulturschaffende kann die derzeitige Corona-Krise auch zum finanziellen Desaster werden. Doch von der vom Freistaat Bayern organisierten Soforthilfe halten sie wenig. In einem offenen Brief kritisieren mehr als 80 Unterzeichner die Bedingungen, an die eine Auszahlung von Hilfen geknüpft ist.

    Gutes Wirtschaften werde bestraft

    Demnach müsse zunächst "liquides Privatvermögen" eingesetzt worden sein. Damit würden all diejenigen bestraft, die in der Vergangenheit gut gewirtschaftet und Geld beiseite gelegt haben. "Zum Schluss ist beides verloren, Privatvermögen und Betrieb", heißt es in dem offenen Brief.

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    5.000 Euro Soforthilfe

    Kleinunternehmer mit bis zu fünf Mitarbeitern können 5.000 Euro Soforthilfe beantragen. Die laufenden Betriebskosten seien davon nicht ansatzweise abzudecken, heißt es in dem Schreiben der Kleinunternehmer. Die Unterzeichner rechnen mit zahlreichen Firmeninsolvenzen. Der Initiator des Offenen Briefes Gunther Gross betreibt die Kleinkunst- und Konzertbühne Orpheum in Nürnberg. Die Bühne ist seit Wochen geschlossen, Einnahmen fehlen.

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    Baden-Württemberg hat nach Kritik umgelenkt

    In Baden-Württemberg muss das Privatvermögen nicht mehr eingesetzt werden, um Corona-Soforthilfe zu bekommen. Nach massiver Kritik hat das Wirtschaftsministerium in Stuttgart diese Bedingung am Sonntag (29.3.2020) zurückgenommen. Antragsteller müssen nur noch nachweisen, dass die laufenden betrieblichen Einnahmen nicht ausreichen, um die laufenden Kosten zu finanzieren, so Baden-Württembergs Wirtschaftsministerin Nicole Hoffmeister-Kraut (CDU).