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70 Jahre SOS-Kinderdorf - Ein Friedenswerk für Kinder | BR24

© picture alliance / Oscar Poss

In einem SOS-Kinderdorf, 50er-Jahre

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70 Jahre SOS-Kinderdorf - Ein Friedenswerk für Kinder

Vor genau 70 Jahren wurde SOS-Kinderdorf vom Österreicher Hermann Gmeiner gegründet. Aus einer sozialen Idee, den vielen Kriegswaisen, die in Heimen leben mussten, zu helfen, ist ein komplexes weltumspannendes Friedenswerk für Kinder geworden.

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März dieses Jahres in Mosambik: Ein Zyklon richtet schwere Verwüstungen an, vor allem in der Hafenstadt Beira. Das Team der "SOS-Kinderdörfer weltweit" leistet Hilfe und versorgt Familien mit Trinkwasser, Lebensmitteln und lebenswichtigen Medikamenten.

Gegründet wird die Organisation vor 70 Jahren vom Bauernsohn, Kriegsheimkehrer und Medizinstudent Hermann Gmeiner in Imst im Pitztal in Tirol. Er hat Mitleid mit den vielen Kriegswaisen, die in Heimen leben müssen.

"Ich habe eines Tages die Schicksale der Kinder nicht ertragen und glaubte, es muss einen anderen Weg geben, den Kindern zu helfen, sie hereinzuholen in die Gesellschaft." Hermann Gmeiner, Gründer SOS-Kinderdorf

Sein Konzept: Waisenkinder bekommen in einem Dorf Nestwärme von einer SOS-Mutter und wachsen zusammen mit anderen Kindern als Familie auf. Bis heute sind das die wichtigsten Prinzipien.

SOS-Einrichtungen helfen derzeit 1,5 Millionen Menschen weltweit

Die Idee wird ein Erfolg. Weltweit gibt es 572 SOS-Kinderdörfer, in denen 81.000 Kinder und Jugendliche leben. Dazu kommen 236 Kindergärten, 186 Hermann-Gmeiner-Schulen und 103 Berufsbildungszentren. Insgesamt helfen die SOS-Einrichtungen mehr als 1,5 Millionen Menschen in 135 Ländern. Die Organisation beschäftigt rund 6.000 Kinderdorfmütter.

Erstes deutsches SOS-Kinderdorf 1956 in Bayern

Das erste deutsche Kinderdorf entsteht 1956 in Dießen am Ammersee. Aus einer sozialen Idee ist ein globales Netzwerk für Kinder geworden. Die Gesamteinnahmen liegen heute bei 1,26 Milliarden Euro. Sie stammen zu 70 Prozent aus Spenden, Patenschaften und Nachlässen, zu 30 Prozent aus öffentlichen Geldern. Die meisten Spender kommen aus Deutschland. Die Organisation ist politisch unabhängig und arbeitet überkonfessionell. Es ist die größte nicht-staatliche Kindersozialeinrichtung der Welt. Im Angebot sind Beratung, ärztliche Hilfe, Mikrokredite.

SOS-Kinderdorf stellt Forderungen an die Bundesregierung

Längst ist aus dem lokalen Projekt für Kriegswaisen eine nachhaltige Stärkung für Familien auf der ganzen Welt geworden. Mit konkreten politischen Forderungen: So sollen in Deutschland die Kinderrechte, die von der UN beschlossen und von der Bundesregierung ratifiziert wurden, in das Grundgesetz aufgenommen werden. Zwar gilt die UN-Kinderrechtskonvention auch in Deutschland. Doch im Grundgesetz sind die Rechte bislang nicht verankert. Gemeinsam mit anderen Organisationen wie dem Kinderschutzbund und Unicef setzt sich SOS-Kinderdorf e.V. dafür ein, dass das anders wird.

© BR

Hermann Gmeiner gründete 1949 das SOS Kinderdorf, um den Kriegswaisen zu helfen. In unserer #BR24Zeitreise aus dem Jahr 1989 spricht der Vater der Organisation von seinem Anliegen, bedürftigen Kindern zu helfen.