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25 Jahre Amazon: Vom Online-Buchladen zum Milliarden-Konzern | BR24

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Vor genau 25 Jahren hat in einer Garage in Seattle eine der größten Erfolgsgeschichten überhaupt begonnen. Heute ist Amazon der größte Online-Händler der Welt und einer der wertvollsten Konzerne der Börse. Doch das Unternehmen hat viele Kritiker.

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25 Jahre Amazon: Vom Online-Buchladen zum Milliarden-Konzern

Vor genau 25 Jahren hat in einer Garage in Seattle eine der größten Erfolgsgeschichten überhaupt begonnen. Heute ist Amazon der größte Online-Händler der Welt und einer der wertvollsten Konzerne der Börse. Doch das Unternehmen hat viele Kritiker.

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Amazon steht nicht nur wegen umstrittener Arbeitsbedingungen in der Kritik. Dem Online-Händler wird vorgeworfen, mit seinen Niedrigpreisen den Einzelhandel platt zu machen. Und auch im Weißen Haus hat Amazon-Gründer Jeff Bezos einen mächtigen Feind sitzen. Die Geschichte des Konzerns ist beispiellos: Vom kleinen Buchhändler zu einem der wertvollsten Unternehmen der Welt.

Amazon-Gründer Bezos eigentlich Elektroingenieur

Jeff Bezos hätte sich mit 30 zur Ruhe setzen können. Da hatte er als Vizepräsident der Investmentbank D.E. Shaw in New York schon Millionen verdient. Gerade frisch verheiratet, bittet er seine damalige Ehefrau MacKenzie, mit ihm ein Unternehmen in Seattle, an der US-Westküste, zu gründen. Im Interview mit Springer-Chef Mathias Döpfner erzählt Bezos:

"Sie hatte den verlässlichen Angestellten geheiratet, der an der Wall Street arbeitet. Ein Jahr nach der Hochzeit wollte ich aber meinen Job kündigen und an die Westküste ziehen, um diesen Online-Buchladen zu gründen. Und meine Frau meinte damals, was ist das Internet?" Jeff Bezos, Gründer von Amazon

Cadabra hieß Amazon vor 25 Jahren, als das Internet noch klein und überschaubar war. Den Namen änderte der studierte Elektroingenieur schnell wieder ab. Er habe zu sehr nach Kadaver geklungen. Gut ein Jahr braucht das Unternehmen, bis es endlich sein erstes Buch im Jahr 1995 im noch jungen Internet verkauft.

"Ich hab mich deshalb für einen Online-Shop für Bücher entschieden, weil es hier die meisten Kategorien gab. Als ich die Idee 1994 umzusetzen begann, gab es drei Millionen lieferbare Bücher. Der größte traditionelle Buchladen kam auf gerade mal 150.000 Titel." Jeff Bezos, Gründer von Amazon

Mehr als nur ein Online-Shop

Heute ist Amazon das größte Internetkaufhaus der Welt. Fast 600.000 Menschen arbeiten weltweit für den Online-Händler, der im ersten Quartal des Jahres mehr als 3,2 Milliarden Dollar verdiente. Erst seit 2016 schreibt das Unternehmen kontinuierlich schwarze Zahlen.

Amazon ist aber längst viel mehr: Es ist der größte Cloud-Anbieter der Welt, Firmen können dort Speicher- und Rechenleistung mieten. Es streamt Musik und Filme, produziert TV-Serien und betreibt seit der Übernahme von Whole Foods eine eigene Supermarktkette in den USA.

"Ich bin davon überzeugt, dass wir öffentlich überprüft werden sollen. Das gilt auch für große Regierungsorganisationen. Deshalb vertraue ich auch der guten Arbeit der Washington Post und anderer Zeitungen. Sie decken oft Dinge auf, bevor die Behörden darauf kommen." Jeff Bezos, Gründer von Amazon

Nicht einmal Zeit, um aufs Klo zu gehen

Apropos Zeitungen und Washington Post: Das Blatt hat der Amazon-Chef 2013 aufgekauft. Weil die Post kritisch über Präsident Trump berichtet, ist der US-Präsident nicht gut auf den 55-Jährigen zu sprechen.

Kritik an Amazon gibt es regelmäßig von Gewerkschaftsseite. Die Arbeitsbedingungen in den Lagerhäusern, wo die Online-Bestellungen zusammengestellt werden, sind offenbar hart. 200 Artikel müssen die Arbeiter dort im Schnitt pro Stunde zusammensuchen. Sie laufen pro Tag gut 25 Kilometer. Einige davon beklagen sich öffentlich auf YouTube:

"Wenn man auf die Toilette muss, wartet man in der Schlange. Dadurch schafft man sein Soll nicht. Nur wenn man wirklich dringend muss, sollte man gehen. Am besten während der Mittagspause aufs Klo gehen, ansonsten kommt man nicht auf seine Zahlen und sie feuern Dich." Anonymer Lagermitarbeiter bei Amazon

Einzelhandel leidet unter dem Internet-Riesen

Amazon Chef Bezos - reichster Mann der Welt - meint, seine Angestellten bräuchten keine Gewerkschaften. Sein Vermögen, schätzen Experten, beträgt derzeit rund 120 Milliarden Dollar.

Als einzige Möglichkeit, mein Vermögen vernünftig auszugeben, sehe ich die Raumfahrt.

Während Bezos also sein Geld in die Raumfahrt steckt, reißt die Kritik an seinem Unternehmen nicht ab - nicht nur vom traditionellen Buchhandel. Auch der Einzelhandel, so sagen Experten, leide unter der Marktmacht und den Niedrigpreisen des Online-Riesen.