BR24 Logo
BR24 Logo
Startseite
© Christian Sachsinger/BR
Bildrechte: BR

Werden nationale Währungen digital ?

Per Mail sharen
  • Artikel mit Audio-Inhalten

2021: Das Jahr der "Digitalwährungen"?

Der aktuelle Höhenflug des Bitcoin lenkt das Interesse wieder auf digitales Geld. 2021 könnte das Jahr der sogenannten "Kryptowährungen" werden – denn gleich mehrere Projekte stehen in den Startlöchern.

Per Mail sharen
Von
  • Christian Sachsinger

Krypto steht für Kryptographie, also die Verschlüsselung von Daten mit dem Ziel, diese fälschungssicher zu machen. Und genau das ist die Gemeinsamkeit hinter all den derzeitigen sogenannten "Digitalwährungen".

Egal ob Facebooks Diem, Chinas elektronischer Yuan oder der digitale Euro – alle orientieren sich am Bitcoin. Dessen Sicherheitsmechanismus ist die Blockchain, eine komplizierte Verkettung von Daten, die Fälschungen weitgehend verhindert.

Zentralbanken behalten die Währungssouveränität

Ansonsten gibt es kaum Gemeinsamkeiten. Während beim Bitcoin alle Nutzer das System selbst als Kollektiv verwalten, gibt es bei den anderen Projekten weiterhin Zentralbanken oder Konzerne, die alles in der Hand behalten.

Und während beim Bitcoin der Bezahlvorgang vergleichsweise anonym abläuft, geht es beim digitalen Yuan gerade darum, zu erfahren, wer mit wem welche Geschäfte treibt. Da die Kontrolle der Bürger dem Staat so wichtig ist, treibt China seine neue e-Währung mit Macht voran; testweise läuft sie bereits bei ersten Shopping-Portalen.

Konzerneigene Bezahldienste sind keine Währungen, aber erfolgreich

Experten sind aber skeptisch, ob sich dieses Geld durchsetzen kann, denn die Internetriesen Alibaba und Tencent betreiben bereits Bezahldienste und sind damit extrem erfolgreich.

Weit gediehen ist auch die Facebook-Währung – die inzwischen Diem und nicht mehr Libra heißt. 2021 soll sie in den Handel starten, und auch ein dazu passendes Krypto-Wallet namens Novi soll es bald geben – also ein virtuelles Portemonnaie, in dem man sein digitales Geld speichern kann.

Konzept zum digitalen Euro zur Jahresmitte erwartet

Bleibt noch Europa: Die EZB hat bislang ein Konzept zum digitalen Euro vorgelegt. Ob das auch umgesetzt wird, wird man Mitte des Jahres erfahren. Die Schweden, die in der Kryptowährungsbranche übrigens ebenfalls als Vorreiter gelten, lassen sich sogar noch bis Ende 2022 Zeit, um zu entscheiden, ob die e-krona jemals kommen wird.

"Darüber spricht Bayern": Der BR24-Newsletter informiert Sie immer montags bis freitags zum Feierabend über das Wichtigste vom Tag auf einen Blick – kompakt und direkt in Ihrem privaten Postfach. Hier geht’s zur Anmeldung!