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2020 wird das Jahr der Tarifverhandlungen | BR24

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Über zehn Millionen Beschäftigte in Deutschland setzen dieses Jahr auf ein Einkommensplus. Für sie verhandeln Arbeitgeber und Gewerkschaften, weil der bisherige Tarifvertrag ausläuft. Betroffen sind auch Branchen wie die Metall- und Elektroindustrie.

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2020 wird das Jahr der Tarifverhandlungen

Über zehn Millionen Beschäftigte in Deutschland setzen dieses Jahr auf ein Einkommensplus. Für sie verhandeln Arbeitgeber und Gewerkschaften, weil der bisherige Tarifvertrag ausläuft. Betroffen sind auch Branchen wie die Metall- und Elektroindustrie.

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Die Termine für die Tarifrunde 2020 stehen zum Teil schon fest, die Inhalte weniger. Den Auftakt macht dabei eine der wichtigsten Branchen für die Exportnation Deutschland: die Metall- und Elektroindustrie mit ihren bundesweit knapp 3,8 Millionen Mitarbeitern. Noch diskutiert die IG Metall, mit welcher Forderung sie in den einzelnen Bezirken ab Mitte Februar an den Verhandlungstisch tritt.

Arbeitgeber warnen, Gewerkschaften wollen nicht verzichten

Dass die Autofirmen, Maschinen- und Anlagebauer samt Zulieferer angesichts des Handelskonflikts in einer Rezession stecken, das streitet die Gewerkschaft nicht ab. Zudem macht sich gerade auch in Bayern der Umbau zur Produktion 4.0 und der Wechsel zu anderen Antriebswegen bemerkbar. Auf ein Gehaltsplus will die IG Metall trotzdem nicht verzichten. Die Arbeitgeber warnen aber schon einmal vor übertriebenen Vorstellungen. Wie Arbeitsplätze zu halten sind, das dürfte eine Rolle bei den Gesprächen spielen.

Tarifpolitisch wird es ein heißer Sommer

Das Bauhauptgewerbe steht besser da. Es profitiert vom momentanen Boom. Verhandelt wird für Beschäftigte auf den Baustellen ab April. Dann läuft auch der Tarifvertrag für die Kräfte im Hotel- und Gaststättengewerbe in Bayern aus. Bis zu 6,5 Prozent mehr will die Gewerkschaft NGG für sie durchsetzen. Ein tarifpolitisch betrachtet heißer Sommer könnte Bund und Kommunen ins Haus stehen. Die Gewerkschaften des öffentlichen Dienstes verhandeln ab August mit den Arbeitgebern für bundesweit 2,7 Millionen Beschäftigte.

Viele würden sich auch für mehr Freizeit entscheiden

Die erwarten sich ein Plus beim Einkommen. Vielen aber ist noch etwas Anderes wichtig: mehr Zeit für die Familie oder eine Weiterbildung zu haben. Das ergab eine Umfrage von Verdi unter Mitarbeitern. Auch der Beamtenbund hat diese Stimmung im öffentlichen Dienst schon angesprochen. Wer es sich leisten kann, der verzichtet auf ein höheres Gehalt und bekommt dafür mehr freie Zeit. In etlichen Tarifverträgen ist solch ein Wahlmodell schon vorgesehen.