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12,4 Milliarden D-Mark noch im "Umlauf" – Funde werden seltener | BR24

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Bildrechte: dpa-Bildfunk/Bernd Wüstneck

Mark und Pfennig haben seit der Einführung des Euro-Bargeldes ausgedient. Dennoch sind immer noch Scheine und Münzen im Milliardenwert im Umlauf - und sie sind weiterhin etwas wert. Manchmal werden sogar noch Millionen-Schätze entdeckt.

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12,4 Milliarden D-Mark noch im "Umlauf" – Funde werden seltener

Mark und Pfennig haben seit der Einführung des Euro-Bargeldes ausgedient. Dennoch sind immer noch Scheine und Münzen im Milliardenwert im Umlauf - und sie sind weiterhin etwas wert. Manchmal werden sogar noch Millionen-Schätze entdeckt.

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Von
  • Felix Lincke

Wer hat nicht schon einmal davon geträumt, beim Ausräumen vom Keller eine Plastiktüte voll mit alten D-Mark-Scheinen zu finden? Knapp 19 Jahre nach Einführung des Euro-Bargelds gibt es immer noch solche Funde - wenn auch immer seltener. Die Bundesbank tauscht D-Mark nach wie vor um und hilft sogar kostenlos bei der Rekonstruktion beschädigter Banknoten.

Vergessene D-Mark-Verstecke liefern spektakuläre Funde

Einen spektakulären D-Mark-Fund meldete die Bundesbank auch in diesem Jahr: 3,5 Millionen Mark tauchten in Säcken auf, Einkaufstüten und Zigarrenkisten, die ein Mann in Süddeutschland in seinem Haus vergessen hatte. In einem anderen Fall entdeckten Erben 100.000 D-Mark in verfaulten Banknoten. Das Analysezentrum der Bundesbank in Mainz konnte die Scheine anhand ihrer Sicherheitsfäden identifizieren.

Große D-Mark-Scheine und Silbermünzen bei Sammlern begehrt

Insgesamt seien aber wesentlich weniger alte Scheine und Münzen in den Bundesbankfilialen wegen Corona umgetauscht worden. Mit dem zweiten Lockdown wurden die Filialen geschlossen. Banknoten und Münzen müssen nun per Post eingereicht werden.

Bei den Münzen kann sich aber auch ein Verkauf an Sammler lohnen, schon wegen des Silbergehalts. Kupfergeld wurde häufig auch weggeworfen. Theoretisch fehlen immer noch D-Mark-Bestände im Wert von 6,3 Milliarden Euro. Bis auf die großen Scheine wird viel davon für immer verschwunden sein. Es sind noch mehr als eine Million Tausender in Umlauf, bei denen es sich aber auch um begehrte Sammlerstücke handelt.

Andere Notenbanken verdienten gut an verschwundenem Bargeld

Im Eurosystem und auch sonst zählt die Bundesbank zu den ganz wenigen Notenbanken, die alte Scheine und Münzen überhaupt noch annehmen. In vielen Euro-Ländern haben die nationalen Notenbanken den Umtausch ihrer alten Währung vor vielen Jahren schon befristet und damit viele Milliarden Euro an Bilanzgewinnen verbucht.

Vom Stichtag an, brauchten sie den Gegenwert ihres alten Geldes, das noch in Umlauf war, nicht mehr erstatten. Die Bundesbank sieht das grundsätzlich anders und sieht sich weiter im Dienst der Geldwertstabilität - auch bei ihrer alten Währung. Da mag auch ein wenig D-Mark-Nostalgie mitschwingen.

D-Mark für immer stabile Währung - auch in Euro-Zeiten

Anders als die meisten anderen europäischen Währungen war die deutsche Mark weltweit als Reserve- und Ankerwährung für Sparguthaben verwendet worden - wegen ihrer hohen Wertstabilität. In dieser Tradition steht, dass sie bis heute nichts davon eingebüßt hat und von der Bundesbank nach wie vor zu festen Bedingungen getauscht wird.

Es soll für immer dabei bleiben, dass man einen Euro für 1,95583 D-Mark bekommt. In Anlehnung an die D-Mark konnte auch der Euro sich zu einer stabilen europäischen Gemeinschaftswährung entwickeln. So ist die Inflationsrate, die für die allgemeine Geldentwertung steht, seit der Einführung des Euro auch in Deutschland sogar niedriger als zu Zeiten der D-Mark.

Euro inzwischen noch stabiler als die D-Mark

Die Inflation ist sogar so niedrig, dass die Europäische Zentralbank und viele Experten das inzwischen als ein Problem sehen. Die hohe Stabilität des Euro ist unter anderem an seinem relativ hohen Wechselkurs abzulesen, der gegenüber anderen wichtigen Währungen wie US-Dollar und japanischem Yen an Wert gewinnt.

Der hohe Außenwert sorgt für günstige Importpreise wie etwa für Rohölprodukte und andere Rohstoffe und damit zusätzlich für noch mehr Stabilität und eine niedrige Inflation.

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