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1.000 Euro pro Nacht - Hotelpreise explodieren während der Bauma | BR24

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Während der Messe Bauma explodieren die Preise in München

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1.000 Euro pro Nacht - Hotelpreise explodieren während der Bauma

Alle drei Jahre findet in München die Baumesse Bauma statt. Bei der Veranstaltung der Superlative werden rund 600.000 Besucher erwartet. Die Folge: Die Hotelpreise explodieren.

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An nur einem Tag werden bis zu 20.000 Autos und 1.000 Reisebusse erwartet bei der Weltleitmesse der Baumaschinenbranche. Eigens für die siebentägige Messe wurde eine Brücke über die nahegelegene Autobahn geschlagen, um die Zufahrt zu einem riesigen zusätzlichen Parkplatz zu ermöglichen. Die rund 600.000 Gäste aus aller Welt verursachen aber nicht nur ein mittleres Verkehrschaos in der Landeshauptstadt, sondern sie müssen auch irgendwo übernachten. Das bedeutet Ausnahmezustand für die Hoteliers.

Rund 1.000 Euro für ein durchschnittliches Zimmer in einem Hotel in der Münchner Bahnhofsgegend über ein bekanntes Hotelbuchungsportal: Das ist kein Witz, sondern Realität, wenn man am Montag zu Beginn der Messe Bauma eine Unterkunft sucht. Die Masse an zahlungskräftigen Besuchern lässt die Zimmerpreise in schwindelerregende Höhen steigen. Wer vor rund einem Monat ein Zimmer buchen wollte, musste sich laut dem Onlineportal Check24 mit einem Zimmerdurchschnittspreis von 513 Euro pro Nacht anfreunden. Normal seien 151 Euro im Durchschnitt im April.

3.000 neue Hotelbetten pro Jahr

München wird bei Besuchern immer beliebter. Die Anzahl der Übernachtungen in Hotels, Pensionen und Co. hat sich in den vergangenen zehn Jahren nahezu verdoppelt auf über 17 Millionen im vergangenen Jahr. Gleichzeitig stieg naturgemäß die Anzahl der zur Verfügung stehenden Betten von rund 50.000 Anfang 2009 bis auf knapp 80.000 Betten Anfang dieses Jahres. Im Schnitt entstehen also jedes Jahr etwa 3.000 neue Hotel-Betten in München.

Auslastung wächst

Das große Bettenwachstum stößt allerdings seit längerem auf Kritik. Zum einen bedeuten neue Hotels weniger Wohnraum für die Bevölkerung, zum anderen befürchten einige Beobachter Überkapazitäten bei den Hotel-Betten. Doch sieht man sich die Daten des Bayerischen Landesamts für Statistik an, dann steigt die Auslastung der Hotelbetten langsam aber stetig an. 2018 lag sie erstmals bei über 60 Prozent. Zehn Jahre zuvor lag sie bei über 54 Prozent.

Solange sich der Ansturm von Urlaubern und Geschäftsreisenden weiter so entwickelt, besteht die Gefahr von Überkapazitäten also nicht. Doch es gibt ein großes Problem: Die Hotelnachfrage verteilt sich sehr ungleich über das Jahr. Während der Bauma oder während des Oktoberfests zum Beispiel explodieren die Besucherzahlen. In anderen Zeiten führt das immer größere Angebot an Zimmern dann zeitweise tatsächlich zu einem Preiskampf. Das genannte Hotelzimmer für 1.000 Euro pro Nacht im Münchner Bahnhofsviertel wird auf dem selben Buchungsportal genau zwei Wochen später beispielsweise für nur noch rund 100 Euro angeboten.

© BR

Mit einer Fläche von knapp 90 Fußballfeldern ist die Bauma die größte Messe der Welt. Neben dem Hydraulikbagger von der Größe eines Einfamilienhauses wird auch ein Raupenkran gezeigt, der so viel wiegt wie 25 Flugzeuge.