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Entscheidung vertagt Wiesn-Sanitätsdienst: Droht dem Roten Kreuz nach 130 Jahren das Aus?

Die Stadt München hat die Entscheidung vertagt, wer sich zukünftig um die Verletzten und Betrunkenen auf dem Münchner Oktoberfest kümmert. Seit mehr als 130 Jahren erledigt das Rote Kreuz den prestigeträchtigen Job. Nun hat sich auch der private Dienstleister Aicher Ambulanz Union beworben.

Von: Daniel Knopp

Stand: 17.04.2018

Sanitäter des Roten Kreuzes auf dem Oktoberfest | Bild: picture-alliance/dpa

Seit mehr als 130 Jahren kümmert sich das Bayerische Rote Kreuz um die Verletzten und Betrunkenen auf der Wiesn. Ein harter Job, aber auch eine wichtige Prestigesache für die Rettungsdienste. Erstmals könnte nun ein privater Anbieter das Rote Kreuz ablösen. Entsprechend groß ist der Ärger: BRK-Landesgeschäftsführer Leonhard Stärk warnt davor, bei der Vergabe nur auf den Preis zu schauen. "Sollte das Bayerische Rote Kreuz gegen einen privaten Anbieter verlieren, so ist dies ein Schlag ins Gesicht für 180 000 Ehrenamtliche," so der BRK-Landesgeschäftsführer Leonhard Stärk.

Konkurrenz in den Startlöchern

Doch auch die Aicher Ambulanz Union arbeitet mit Ehrenamtlichen. Das Unternehmen hat momentan 969 feste Mitarbeiter und will schnell Personalakquise betreiben. "Schon jetzt bekommen wir täglich Initiativbewerbungen. Das Personal für die Wiesn werden wir hinbekommen, wir rechnen an Samstagen mit etwa 100 bis 150 Einsatzkräften." sagt Peter Aicher, Gründer und Geschäftsführer der Aicher Ambulanz Union.

Ein Dumping-Angebot haben er mit seinem Unternehmen nicht vorgelegt, sondern vielmehr ein seriöses Angebot mit ausgewiesener Gewinnmarge, so Aicher.


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