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Aktionsplan der Staatsregierung Auffällige Wölfe dürfen in Bayern künftig abgeschossen werden

Verhaltensauffällige Wölfe sollen in Bayern künftig abgeschossen werden dürfen. Dies sieht der sogenannte Aktionsplan Wolf vor, den das Kabinett erstmals diskutiert hat. Allerdings soll der Abschuss aber immer das letzte Mittel sein.

Von: Nikolaus Neumaier und Margit Ringer

Stand: 17.04.2018

Das bayerische Kabinett will sich für mehr landwirtschaftlich verträglichen Umwelt- und Naturschutz in Bayern einsetzen. Heute wurde der "Bayerische Aktionsplan Wolf" diskutiert. Dieser sieht vor, dass verhaltensauffällige Wölfe zukünftig abgeschossen werden dürfen. Details dazu sollen in den kommenden Wochen noch geklärt werden. Ministerpräsident Söder nannte das Thema Wolf eine "Herausforderung". Söder spricht von einem Neustart und auch Richtungswechsel.

"Wir sind sehr am Erhalt von Arten interessiert, der Schutz von Menschen und Weidetieren ist uns aber genauso wichtig."

Ministerpräsident Markus Söder

Abschuss bleibt letztes Mittel

Der Abschuss bleibe dabei aber weiterhin immer das letzte Mittel, betonte Agrarminister Marcel Huber (CSU). Um die Gefahr für die Bevölkerung, aber auch für Tiere auf ein Minimum zu reduzieren, solle die Größe der Wolfspopulation auf das «artenschutzrechtlich Erforderliche» begrenzt werden.

Hintergrund der Neuregelung ist, dass zuletzt wieder einzelne Wölfe oder Wolfspaare in Bayern nachgewiesen oder gesichtet worden sind. Seit im Jahr 2000 ein erstes Rudel in Deutschland nachgewiesen wurde, hat die Wolfspopulation stark zugenommen. Der Deutsche Jagdverband geht von etwa 800 Wölfen in Deutschland aus.

Sicherheit hat Priorität

Die Sicherheit der Menschen hat laut Staatsregierung oberste Priorität. "Um die Gefahr für die Bevölkerung, aber auch für Tiere auf ein Minimum zu reduzieren, soll durch den Bayerischen Aktionsplan Wolf die Größe der Wolfspopulation auf das artenschutzrechtlich Erforderliche begrenzt werden", heißt es in der Pressemitteilung der Staatskanzlei. Jetzt folgt die Abstimmung mit dem Landwirtschaftsministerium und dann soll ein Aktionsplan Wolf verabschiedet werden.


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V.Matthiesen , Dienstag, 17.April, 20:49 Uhr

6.

Wodurch soll ein Jäger ein "auffälliges"Tier erkennen?
Es ist ein Wolf.Ballern Wir Ihn halt zur vorsicht erstmal weg.

  • Antwort von Robert, Mittwoch, 18.April, 10:53 Uhr

    Auffällige Wölfe sind solche die die Scheu vor dem Menschen verloren haben. Hier in Schleswig-Holstein gibt es beispielsweise Wolfsbeauftragte, welche nach Attacken des Wolfs auf Nutztiere, gerufen werden und die Lage beurteilen. Zeigt sich ein Wolf mehrfach an der selben Stelle und lässt sich auch nicht durch den Menschen verjagen bzw. vergrämen, so gilt er durch seine fehlende Scheu als auffällig. Die Furcht vor solchen Tieren kann ich, auch wenn es sich um Einzelfälle handelt, verstehen. Es ist wirklich keine Freude ein verendetes Schaf, Rind, Pferd oder einen gerissenen Hund zu finden. Ihre Skepsis gegenüber dieses Aktionsplans kann ich allerdings verstehen und auch die Gedanken einger Kommentoren, es könnte bei der Aufarbeitung dieses Themas um den Wahlkampf der CSU gehen.

Ethia, Dienstag, 17.April, 20:39 Uhr

5. Du sollst nicht töten

Du sollst nicht töten. Das erste Gebot, lieber Herr Söder mit dem großen C im Parteinamen. Es heißt nicht, Du sollst keine Menschen töten.

Ethika, Dienstag, 17.April, 20:38 Uhr

4. Scheinheilig

"DieSicherheit des Menschen hat absolute Priorität". Aha. Kein Wolf hat in Deutschland seit seiner Rückkehr jemals einen Menschen verletzt, geschweige getötet. Wenn die Sicherheit des Menschen absolute Priorität hat, muss die bayerische Staatsregierung künftig 1.) Autos verbieten. Der Autoverkehr und die damit verbundenen Unfälle erfordern pro Jahr viele Menschenleben. 2. Feuerwerke an Sylvester verbieten. Immer wieder kommen dadurch auch in Bayern Kinder ums Leben. 3. Hundehaltung verbieten. Immer wieder werden auch in Bayern Menschen von Hunden angefallen und verletzt. 3. Krankenhäuser schließen. Auch in Bayern sterben an multiresistenen Keimen, mit denen Menschen erstmalig in Krankenhäusern in Berührung kamen, zu Tode.Wenn das Herr Söder alles nicht tun wird,zeigt das nur, dass das vorgebrachte Argument ein Scbeinargument ist. Es geht nicht darum, Menschen zu schützen. Es geht alleine darum, den Jägern ihre Beute (Rehe) alleine zu überlassen, den Schäfern Schutzmassnahmen zu erspare

Squareman, Dienstag, 17.April, 17:26 Uhr

3. Auffällige Wölfe

Die Jagd auf den Wolf ist eröffnet. Auffällige Wölfe ist genauso dehnbar wie unmittelbare Gefahr. Dank der CSU wird Bayern zur wolfsfreien Zone, auf daß die dankbaren Wähler im Herbst CSU wählen.

Wolf, Dienstag, 17.April, 15:57 Uhr

2. Auffällig blöd....

Und wann ist dann ein Wolf in Bayern auffällig? Wenn er sich was zu fressen sucht? Oder wenn er illegal die Grenze überschritten hat? Dieser Kommentar wurde von der BR-Redaktion entsprechend unseren
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  • Antwort von Squareman, Dienstag, 17.April, 17:33 Uhr

    Sobald jemand einen Wolf oder auch nur seine Spur sieht ist er aufgefallen, Feuer frei. Wieso fordert das keiner bei auffälligen Hunden?

  • Antwort von Robert, Mittwoch, 18.April, 11:18 Uhr

    Für auffällige bzw. wildernde Hunde und sogar Katzen gibt es seit Jahrzehnten eine Regelung. Nachzulesen ist diese im § 23 des Bundesjagdgesetzes. Die Landesjagdgesetze auf die der § 23 BJagdG verweist, erlauben Maßnahmen welche von der Ermahnung des Hundehalters bis hin zum Abschuss des wildernden Hundes reichen.