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Neue Diagnose-Richtlinien WHO: Computerspielsucht ist eine Krankheit

Nach dem Willen der Weltgesundheitsorganisation (WHO) soll die Computerspielsucht künftig offiziell als Krankheit gelten. Die neuen Richtlinien haben auch Auswirkungen auf Diagnosen in Deutschland.

Stand: 05.01.2018

Ein Teenager spielt ein Minecraft am Computer. | Bild: picture-alliance/dpa

Computerspielsucht soll nach dem Willen der Weltgesundheitsorganisation (WHO) künftig offiziell als Krankheit gelten. Das sieht der Entwurf neuer Richtlinien vor, den die WHO am Freitag in Genf vorgestellt hat. Als computerspielsüchtig gälten demnach all jene, die mit dem Spielen nicht mehr selbst aufhören könnten und das Spielen am Computer über andere Interessen stellten, auch wenn dies schwerwiegende soziale, berufliche oder familiäre Folgen habe. Für die Feststellung gilt der WHO zufolge ein Zeitraum von zwölf Monaten.

Grundlage für Diagnosen auch in Deutschland

Die 11. Auflage der "Internationale Klassifikation von Krankheiten" (ICD), in der die Computerspielsucht verankert werden soll, wird unter Federführung der WHO erarbeitet und soll im Mai beschlossen werden. Ärzte in Deutschland erstellen auf Grundlage der ICD ihre Diagnosen und Abrechnungen. Damit hätte der Beschluss direkte Auswirkungen auf die Anerkennung von Computerspielsucht als Krankheit auch in Deutschland.

WHO erhofft sich mehr Aufmerksamkeit bei Diagnose und Therapie

Die Aufnahme der neuen Krankheit in die ICD folgt der Entwicklung von geeigneten Therapien überall auf der Welt. Die Organisation erhofft sich davon mehr Aufmerksamkeit bei Diagnose und Behandlung. Die WHO erklärte, tatsächlich sei nur ein kleiner Teil der Computerspieler tatsächlich von einer Sucht betroffen. Dennoch solle sich jeder, der am Computer spiele, der Risiken bewusst sein, die Zeit vor dem Computer einschränken und auf mögliche Symptome achten.


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