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Falsche Uhrzeit Warum das europäische Stromnetz schuld ist, wenn die Küchenuhr falsch geht

Viele Radiowecker oder Uhren in Herden und Mikrowellen haben derzeit Probleme, die exakte Zeit anzuzeigen: Sie gehen nach. Grund dafür ist akute Energieknappheit, die zu Abweichungen im Stromnetz führt.

Stand: 07.03.2018

Kommunikation - adpic CD31 | Bild: adpic/M. Baumann

Einfache Uhren, wie sie oft in Küchengeräten oder in Radioweckern eingesetzt werden, zeigen seit einer Weile die falsche Uhrzeit an. Viele dieser Synchronuhren nutzten statt vergleichsweise teurer Quarz-Technologie die Frequenz des Wechselstroms für die Berechnung der Zeitanzeige. Diese liegt in Europa traditionell bei fast genau 50 Hertz.

Die Frequenz schwankt normalerweise nur um ein paar hundertstel Hertz (was den Uhren als Taktgeber ausreicht), weil die Stromversorger stärkeren Energiebedarf in der Regel durch höhere Einspeisung ins weit verzweigte Stromnetz ausgleichen.

Falsche Uhrzeit durch erhöhten Energiebedarf

Dass solche Uhren, die die Schwingungen der Netzfrequenz für die Zeitmessung nutzen, nun um rund sechs Minuten nachgingen, sei ein Indiz dafür, dass seit Längerem zu wenig Leistung ins Netz gespeist werde, schreibt "Heise Online". Der Verband der Europäischen Übertragungsnetzbetreiber ENTSO-E bestätigt das. Seit Mitte Januar gebe es "Abweichungen" in der Energieversorgung, der Fehler liege bei den Netzbetreibern in Kosovo und Serbien.

Kosovo und Serbien speisen zu wenig Energie ein

Noch in dieser Woche soll das Problem der Frequenzabweichung gelöst werden. Wann und wie die fehlende Energiemenge im Netz ergänzt werden soll, dafür gibt es laut Netzbetreiber-Verband noch keinen Zeitplan. Das Problem habe eine politische Dimension.


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