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Streit über Flächentarifvertrag Warnstreiks bei Real

Ihre Supermarktkette bereitet der Metro schon lange Sorgen. Real hat den Flächentarif des Einzelhandels aufgekündigt. Dagegen ruft die Gewerkschaft Verdi ab heute bundesweit zum Streik auf – auch in Bayern.

Von: Birgit Harprath

Stand: 13.07.2018

Warnstreik der real-Mitarbeiter in Nürnberg | Bild: BR-Studio Franken/Adrian Macrea

Von Dumpinglöhnen spricht die Gewerkschaft, die real durchsetzen wolle. Endlich wettbewerbsfähige Einkommen fordert das Management. Der Streit über den Flächentarif des Einzelhandels geht schon eine Weile – etliche Gespräche führten zu keinem Ergebnis.

An 25 Real-Standorten in Bayern wird gestreikt

Heute und morgen nun ziehen die Mitarbeiter zum Protest vor die Filialen. In Bayern stehen 25 Standorte auf dem Streikplan. In Nürnberg, Memmingen, Augsburg und Hallstadt finden gemeinsame Kundgebungen statt. Morgen dann wird auch den in real-Märkten in Niederbayern und der Oberpfalz gestreikt.

Real-Supermärkte werden wohl geöffnet haben

Kunden werden wohl nicht vor verschlossenen Türen stehen. Der Arbeitgeber kann mit Leihkräften gegensteuern. Doch längere Schlangen vor den Kassen schließt Verdi nicht aus. Das hängt auch von der Streikbereitschaft ab. Dabei will real weiter nach Tarif bezahlen – aber nicht nach dem mit Verdi abgeschlossenen Flächenvertrag.

Verdi will Rückkehr zu gerechteren Arbeitsbedingungen

Die Geschäftsführung hat die Supermärkte in eine andere Metro-Gesellschaft überführt. Dort gilt ein anderes Tarifwerk mit laut Verdi bis zu 23 Prozent geringeren Einkommen, längeren Arbeitszeiten und weniger Zuschlägen. Damit vollziehe man nach, was viele Wettbewerber vorgemacht haben- heißt es von der Metro. Verdi will da nicht mitmachen und fordert von real die Rückkehr zu aus ihrer Sicht gerechten Arbeitsbedingungen.


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Kommentare

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Elisabeth, Montag, 16.Juli, 08:12 Uhr

5. Teufelskreislauf

Die Chefs /Anschaffer/Arbeitgeber wollen Gewinn sehen , und zwar ordentlich .

Dem Arbeiter dabei so weing wie möglich zahlen !

Wo kann dieser Arbeiter dann Einkaufen für den gewünschten europäischen Lebensstandard ?
Wieder bei Leuten die die Arbeiter minimalistisch bezahlen .

Leider wollen sich momentan zu wenige Menschen über die Macht der Konsumenten Gedanken machen .
Der schöne Schein aus Plastik und Billig Produkten inklusive billig Essen , heile Welt Schildchen ( in Asien billig hergestellt )
bestimmen unsere Haushalte .

Entschuldigt sind für mich Alle die mit geringem Einkommen leben müssen.

Josef, Sonntag, 15.Juli, 07:44 Uhr

4. Das ist doch bei jedem Einzelhandel

nicht nur bei REAL so. Jeder will nur noch Billigarbeitskräfte der Lohn reicht nicht zum Leben und so muss man einen 2ten Job annehmen. Frauen sind zurzeit besonders betroffen und jetzt kommen auch die männlichen Kollegen dran, eine Familienplanung ist nicht mehr möglich!

Heiner M., Samstag, 14.Juli, 10:23 Uhr

3. Was ist uns menschliche Arbeit noch wert?

Müssten wir uns mit der weitverbreiteten Schnäppchenmentalität nicht erst einmal an die eigene Nase fassen?
Wer bei diesen Online-Dumpingläden bestellt, billigt doch deren Bedingungen und fördert sie zugleich.
Wer sich im noch vorhandenen Einzelhandel beraten lässt, dort Arbeit verursacht und anschliessend beim Online-Händler bestellt, wundert sich noch dass es solche Sklavenarbeitsverhältnisse gibt?

Konsumenten sollten sich die Wege in die Sackgasse schon mal genau überlegen. Dazu kommt noch die Digitalisierung. Selbstverständlich geht es darum den ständig kränkelnden Mitarbeiter, der auch noch Urlaub oder Mutterschutz will gegen klaglos arbeitende Maschinen zu ersetzen. Klar, es wird auch Chancen geben. Für Wenige.
Protestiert eine Gewerkschaft auch mal dagegen?

Thomas, Freitag, 13.Juli, 18:21 Uhr

2. Solidarität mit den KollegInnen von Real und Amazon!

Im Artikel von Frau Harprath heißt es: "Dort gilt ein anderes Tarifwerk". Das verschleiert, daß es sich bei dem neuen Partner der Metro um die Pseudogewerkschaft .DHV handelt, die mit Arbeitgebern Gefälligkeitstarife abschließt.

Elisabeth, Freitag, 13.Juli, 12:06 Uhr

1. Ich hoffe Verdi hält durch

Es ist ein Wahnsinn wie manche Konzerne ihre Arbeiter behandeln ,

weniger Lohn und mehr Arbeiten bei steigenden Lebenshaltungskosten,

was für Superkapitalisten Menschen sind denn da am Werk .

Eigentlich will Real/bzw. die Metrogruppe nur mit superflexiblen Niedriglöhnern wirtschaften .

Gut dass es in Deutschland noch Gewerkschaften gibt , sonst kommen wir unter die Räder und der Arbeiter ist null Komma nix nix mehr wert.