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Morgendlicher Berufsverkehr Warnstreiks bei Bus, Tram und U-Bahn in München und Schweinfurt

Im Tarifkonflikt für den öffentlichen Nahverkehr in Bayern ruft die Gewerkschaft Verdi erneut zu Warnstreiks auf. Heute trifft es bereits frühmorgens München und Schweinfurt.

Von: Christine Kerler

Stand: 14.06.2018

Symbolbild: Warnstreik bei U-Bahn, Bus und Tram in München | Bild: BR/Anton Rauch

Hunderttausende Münchner müssen am Donnerstag ohne Bus, Tram und U-Bahn zur Arbeit oder in die Schule kommen. Vier Stunden lang, von Betriebsbeginn um vier Uhr bis zur Hauptverkehrszeit um acht Uhr, fährt laut Münchner Verkehrsgesellschaft keine einzige U-Bahn. Bei den Straßenbahnen müssen Fahrgäste aufgrund des Warnstreiks mit massiven Einschränkungen rechnen, und die Hälfte der Stadtbusse fällt ebenfalls aus. Bis der Betrieb wieder regulär läuft, kann es den Informationen zufolge Mittag werden. Wer pünktlich ankommen will, sollte auf S-Bahnen und Regionalbusse ausweichen, denn die bleiben vom Warnstreik verschont.

In Schweinfurt fahren keine Busse

In Schweinfurt wird ebenfalls vier Stunden lang gestreikt, und zwar bei den städtischen Bussen. Nach Angaben der Verkehrsbetriebe müssen Fahrgäste damit rechnen, dass der Busverkehr im Stadtbereich nahezu komplett zum Erliegen kommt, da in Schweinfurt nur wenige Linien von privaten Betreibern bedient werden. Bus-Nutzer in und um Schweinfurt müssen sich also darauf einstellen, dass sie nicht per Bus zur Schule oder zur Arbeit kommen.

Laut einem Sprecher von Verdi in Schweinfurt ist die Arbeitsbelastung der Busfahrer derzeit enorm. Weil nicht genügend Fahrer zur Verfügung stünden, könne es vorkommen, dass Busfahrer in Schweinfurt vier bis viereinhalb Stunden am Stück fahren müssten. Viele Busfahrer würden deshalb kurze Zeit nach ihrem Berufsstart wieder kündigen und sich in der Wirtschaft alternative Arbeitsplätze suchen.

Das fordert die Gewerkschaft

Verdi fordert  für die Beschäftigten sieben Prozent mehr Lohn bei einer Vertragslaufzeit von zwölf Monaten und mehr Freizeit als Ausgleich für Nachtschichten. Am Freitag werden die Tarifverhandlungen fortgesetzt. Gestern hatte es Warnstreiks im öffentlichen Nahverkehr in Augsburg, Regensburg und Amberg gegeben.  


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