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Rechtsextremische Gruppierung Bayerns Verfassungsschutz beobachtet "Soldiers of Odin"

Bayern setzt eine weitere Gruppierung als rechtsextremistisch unter Beobachtung des Landesamtes für Verfassungsschutz. Es handelt sich um den hiesigen Ableger der „Soldiers of Odin“, die ihren Ursprung in Finnland haben.

Von: Julia Kammler

Stand: 29.12.2017

"Soldiers of Odin" in München | Bild: picture alliance/ZUMA Press/Sachelle Babbar

Rechtsextreme Ideologien hat das Bayerische Landesamt für Verfassungsschutz bei den "Soldiers of Odin Germany Division Bayern" festgestellt und beobachtet die Gruppe und deren Aktivitäten ab sofort ganz offiziell.

"Nachbarschafshilfe" mit Wikinger-Touch

Die Soldiers of Odin (SOO) bezeichnen sich laut Verfassungsschutz als „Nachbarschaftshilfe“, treten wie eine Bürgerwehr auf und missachten das staatliche Gewaltmonopol. Auf facebook teilen sie mal einen rechtsextremen Propagandafilm, dann inszenieren sie sich wieder als tierliebe Wohltäter. Ihr Logo: ein Wikingerkopf, vermummt mit der deutschen Fahne.

Mit Hunden auf "Streife"

Die SOO weiten ihre Aktivitäten in Bayern laut Verfassungsschutz derzeit aus. Die Gruppe läuft in mehreren bayerischen Städten wie Donauwörth, München, Regensburg und vor allem Würzburg „Streife“ – das heißt: Vier bis sechs Leute sind mit Hunden unterwegs. Damit wollen sie suggerieren, der Staat sei nicht mehr in der Lage, die Sicherheit der Bevölkerung zu gewährleisten. Bislang liegen laut Verfassungsschutz zwar keine Hinweise auf gewalttätiges Verhalten vor, jedoch sind unter den Aktivisten Personen, die schon anderweitig als rechtsextrem auffällig geworden sind. Außerdem seien immer wieder verbal aggressive Äußerungen und ein fremdenfeindliches Auftreten zu beobachten.


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