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Öffentlicher Dienst im Ausstand Verdi-Streik: Kitas sind zu, Bahnen stehen still

Am Dienstag ist im öffentlichen Dienst im Süden Bayerns gestreikt worden, heute ist der Norden dran. Das öffentliche Leben steht in vielen Regionen still. Kitas sind geschlossen, Straßenbahnen fallen aus.

Stand: 11.04.2018

Verdi-Streik in Nürnberg | Bild: BR-Studio Franken/Ferdinand Seiter

In Nürnberg bleiben fast alle Kindertageseinrichtungen geschlossen. Grund ist ein erneuter Warnstreik der Gewerkschaft Verdi. 130 der 140 Kitas im Stadtgebiet sind von der Aktion betroffen, teilte Verdi mit. Auch andere Einrichtungen des Jugendamts wie etwa das BAföG-Amt und die Jugendhilfe bleiben heute zu.

Kitas und Kliniken in Nürnberg zu

Für Kinder, deren Eltern keine andere Betreuung organisieren können, wird ein Notdienst eingerichtet. Welche Kita bestreikt wird, können Eltern auf den Internetseiten des Jugendamts der Stadt Nürnberg nachschauen. Dort ist auch eine Liste mit den Notdiensteinrichtungen hinterlegt. Morgen sollen alle Kitas wieder planmäßig öffnen.

Auch andere Einrichtungen des Jugendamts wie etwa das BAföG-Amt und die Jugendhilfe bleiben geschlossen. Ebenso die städtische Verwaltung wie etwa das Einwohneramt, die Straßenreinigung oder die Bürgerämter. Auch die Kliniken in Nürnberg, Fürth, Ansbach und Erlangen müssen mit weniger Personal auskommen.

Kundgebung mit tausenden Teilnehmern

Nürnberg ist der zentrale Kundgebungsort. Die Gewerkschaft rechnet mit etwa 6.000 bis 7.000 Streikenden, die sich am Mittwoch um 11 Uhr zur zentralen Kundgebung auf dem Nürnberger Kornmarkt treffen. Schon ab 8.30 Uhr werden sich die Demonstrationszüge von unterschiedlichen Startpunkten in Nürnberg auf den Weg in die Innenstadt machen.

Wegen der zahlreichen Aktionen empfiehlt die Polizei, den Kornmarkt und die Straßen, die die Streikenden entlang marschieren werden, weiträumig zu umfahren. Wenn möglich, sollten die Bürger außerdem auf öffentliche Verkehrsmittel umsteigen. Aber auch die werden von den Auswirkungen des Streiks nicht verschont bleiben: Die Nürnberger VAG rechnet mit Behinderungen der Straßenbahnlinien 4, 5, 6 und 8 sowie diverser Buslinien.

Zahlreiche andere Regionen beteiligt

Aber nicht nur in Nürnberg ist mit Arbeitsniederlegungen zu rechnen – ganz Nordbayern ist betroffen. In Oberfranken bleiben viele öffentliche Einrichtungen geschlossen, zum Beispiel das Schwimmbad "Bambados" in Bamberg. Außerdem legen dort unter anderem die Beschäftigten der Stadtwerke, des Müllheizkraftwerks und des Bauhofs die Arbeit nieder. Ganz ähnlich sieht es auch in anderen Städten in Oberfranken aus, wie etwa in Marktredwitz, Kulmbach oder Bayreuth, wo das Straßenverkehrsamt, die Kfz-Zulassungsstelle und der städtische Wertstoffhof geschlossen bleiben. Auch in den Ämtern und Dienststellen der Stadt müssen sich Bürger auf Einschränkungen einstellen.

Auch in einer Vielzahl von unterfränkischen Einrichtungen soll die Arbeit niedergelegt werden. So werden beispielsweise in Würzburg keine Straßenbahnen fahren. Auch werden die städtische Müllabfuhr, das Mainfranken-Theater, einige Behinderten-Einrichtungen und Kindergärten sowie die Sparkasse Mainfranken bestreikt. 

Ostbayern auch betroffen

Flächendeckende Streiks gibt es auch in Niederbayern und der Oberpfalz. In zahlreichen Ämtern und kommunalen Betrieben sollen die Beschäftigten ihre Arbeit niederlegen. Bestreikt werden unter anderem Rathäuser, Stadtwerke und Bauhöfe, aber auch etliche Kliniken, Bundeswehr-Standorte und Theater.

Betroffen sind in der Oberpfalz die Stadtverwaltung und das Landratsamt Regensburg, sowie die Städte Weiden, Schwandorf, Tirschenreuth, Regensburg, Teublitz, Amberg, Sulzbach-Rosenberg, Neumarkt und Burglengenfeld. In Niederbayern werden die Stadtverwaltungen von Passau, Straubing, Landshut, Waldkirchen und Hauzenberg bestreikt. Auch in kleineren Kommunen wie Lappersdorf und Wernberg-Köblitz ruht die Arbeit.

Mehr Geld gefordert

Verdi fordert für die Beschäftigten des öffentlichen Dienstes in Bund und Kommunen sechs Prozent mehr Gehalt, mindestens aber 200 Euro pro Monat. Die nächste Verhandlungsrunde mit der Arbeitgeberseite soll am Sonntag stattfinden.


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