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Gewitter, Starkregen, Hagel Unwetter, Überschwemmungen und ein Toter in Bayern

Ein Toter, überschwemmte Straßen und Keller: das ist die Bilanz der Unwetter bis heute früh in vielen Teilen Bayerns. Am stärksten geschüttet hat es in Niederbayern, im südlichen Oberbayern und in Schwaben. In Garmisch-Partenkirchen ist ein Mann von den Wassermassen der Partnach mitgerissen worden und ertrunken.

Von: Michael Kubitza und Anton Rauch

Stand: 13.06.2018

Überschwemmungen in Rettenberg im Allgäu | Bild: BR/News5

Es ist noch nicht vorbei: Der Deutsche Wetterdienst warnt für heute vor Dauerregen in Südbayern. In sogenannten Staulagen werden bis zu 70 Liter Niederschlag pro Quadratmeter erwartet . Auf der Zugspitze fällt Schnee - das könnte heute noch auf weiteren Berggipfeln passieren. Im übrigen Bayern normalisiert sich die Lage.

Die Hochwassergefahr an den Flüssen ist zum Glück gering - in den Landkreisen Kehlheim und Landshut gelten für die Donau noch die Meldestufen 2 und 3. Hier waren die Unwetter gestern besonders heftig ausgefallen.

Evakuierungen in Landshut - Straßen wegen Überschwemmungen gesperrt

Schon kurz nach Beginn der ersten Gewitter mussten rund um Landshut Straßen wegen Überschwemmungen gesperrt werden, später wiederholte sich das Szenario in Mainburg und Pfeffenhausen, wo die B301 und die B299 und verschiedene andere Straßen unpassierbar waren. In Geisenhausen standen am Volksfestplatz mehrere Autos im Wasser. Bei Bischofsmais im Landkreis Regen schlug ein Blitz in einen Carport ein, dieser brannte samt dem darunter abgestellten Wagen aus.

In Landshut, das im Zentrum des Regengebiets klag, traten gegen Mitternacht mehrere Bäche über die Ufer und auch der Pegel der Isar stieg stark an. Im Bereich des Wolfsbacher Wegs mussten aus Sicherheitsgründen 52 Menschen aus ihren Häusern evakuiert werden. Ein kleiner Bach-Damm am Wolfsbacher Weg brach auf einer Länge von etwa zwölf Metern, allerdings floss das Wasser in angrenzende Wiesen, sorgte also für keine weiteren Probleme.

Tragisches Unglück in Garmisch-Partenkirchen

Am Abend haben Einsatzkräfte einen toten Mann aus der Partnach geborgen. Es handelt sich offenbar um eine Person, die am Nachmittag in die Partnach gestürzt war. Augenzeugen hatten beobachtet, wie der Mann anscheinend versucht hatte, ein Wehr in der Nähe der Partnachklamm zu öffnen und dabei von den Wassermassen mitgerissen wurde.

Anfangs wurden auch in der Partnachklamm mehrere Touristen vermisst. Bergretter versuchten daraufhin in die Klamm zu gelangen - mussten aber wegen der gefährlichen Verhältnisse umkehren. Am Abend flog die Bergwacht mit einer Drohne die Klamm nochmal ab, nach derzeitigem Stand wurden aber keine weiteren Personen entdeckt. Bis auf weiteres bleibt die Partnachklamm geschlossen.

Überschwemmungen im Oberallgäu

In Rettenberg im Landkreis Oberallgäu musste eine Staatsstraße wegen Überflutung und Schlamms gesperrt werden. Am westlichen Ortsrand von Rettenberg wurden mehrere Wohnhäuser einer Siedlung überflutet. Keller und Wohnräume standen laut Polizei unter Wasser.

München: In der Au "kochten" die Gullis

Auch in München fielen große Regenmengen. Die Feuerwehr berichtet von 115 Einsätzen. Mehrere Unterführungen, Tiefgaragen und Keller wurden überschwemmt, so ein Sprecher der Branddirektion. Unter anderem wurde ein Teil des Mittleren Rings überflutet.

Im Stadtteil Au trat heißer Wasserdampf aus den Gullis aus. Der Grund: heiße Rohre der Fernwärme lagen nach den heftigen Niederschlägen im Regenwasser. Die Feuerwehr sicherte die Gullideckel ab. Insgesamt waren in München 350 Kräfte von Freiwilliger und Berufsfeuerwehr im Einsatz.

Chronologie: Zwei Tage Wetterchaos in Bayern


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