21

Einsatzkräfte ziehen erste Bilanz Unwetter: Schäden vor allem im Norden und Osten Bayerns

Gestern Abend und in der Nacht zogen erneut schwere Unwetter über den Norden und den Osten Bayerns. Jetzt wird aufgeräumt, und Polizei und Feuerwehr ziehen eine vorläufige Bilanz.

Von: Irene Esmann

Stand: 12.06.2018

11.6.2018, Hagel auf einem Feld vor Furth im Wald.  | Bild: dpa-Bildfunk/Jürgen Masching

Besonders hart getroffen hatte es gestern Abend Furth im Wald in der Oberpfalz. Faustgroße Hagelkörner seien hier vom Himmel gefallen, berichten Augenzeugen. Die erste und nur vorläufige Bilanz: Schäden an mehr als 150 Gebäuden. Unter anderem an der Stadtpfarrkirche. Auch sieben Polizeifahrzeuge wurden vom Hagel beschädigt. Vier davon sind laut Polizei nicht mehr fahrbereit. Stadt und Einsatzkräfte richteten einen Krisenstab ein.

"Bei uns ist das Telefon heiß gelaufen, die Notrufe sind eingegangen von allen Seiten, weil Scheiben eingeschlagen worden sind, bei Gärtnereien sind komplett die Glashäuser zerstört worden , alle waren überfordert, der Verkehr ist völlig zum Erliegen gekommen im Stadtgebiet." Christian Pongratz von der Polizei Furth im Wald

Im nahegelegenen Waldmünchen stürzte eine Maschinenhalle ein, eine Stallung wurde teilweise abgedeckt. In Regensburg schlug ein Blitz in ein Wohnhaus ein, der Dachstuhl geriet in Brand.

Spezial-Einsatz für Würzburger Feuerwehr

Auch in Franken wurden Feuerwehr und Polizei ständig gerufen, um umgestürzte Bäume zu entfernen und vollgelaufene Keller auszupumpen. Ungewöhnlich war ein Einsatz der Würzburger Berufsfeuerwehr: Wegen des Starkregens geriet Wasser auf die Ladefläche eines LKW. Dort lagerten mehrere Fässer einer Aluminium-Schlacke, die mit der eindringenden Feuchtigkeit chemisch reagierten – und zu rauchen begannen. Experten der Würzburger Berufsfeuerwehr konnten den Lkw trocken legen und die Reaktion so schrittweise beenden.

Bahnstrecken teilweise noch gesperrt

In vielen Gemeinden im Norden und Osten Bayerns sind die Menschen jetzt erst einmal mit dem Aufräumen beschäftigt. Teilweise kommt es noch zu Behinderungen im Bahnverkehr: Die Strecke zwischen Pegnitz und Speichersdorf etwa wurde stellenweise unterspült, der Zugverkehr ist derzeit nur eingleisig möglich, teilte die Bahn mit. Ganz gesperrt ist zudem die Bahnstrecke im Bayerischen Wald zwischen Grafenau und Frauenau – der Grund: umgestürzte Bäume. Laut Länderbahn wurde ein Bus-Ersatzverkehr eingerichtet. Wie lange die Sperrung dauert, ist noch nicht absehbar.

In Pegnitz im Landkreis Bayreuth hat die Stadt das für heute geplante Gregorifest abgesagt. Die Festwiese sei in einen See verwandelt worden, hieß es aus dem Rathaus.


21