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Hagel in Franken und der Oberpfalz Unwetter in Bayern verursacht Schaden in Millionenhöhe

Umgestürzte Bäume, überschwemmte Straßen und vollgelaufene Keller: Die Unwetter gestern Abend haben schlimme Schäden verursacht, vor allem in Nord- und Ostbayern. Auch in den kommenden Tagen soll es weiter regnen.

Von: Renate Roßberger und Veronica Zapp

Stand: 12.06.2018

Wie hoch die Schäden sind, die gestern Nachmittag durch ein schweres Hagelunwetter in Furth im Wald und Waldmünchen, teilweise auch in Eschlkam, entstanden sind, ist noch ungewiss: Klar ist aber: Es geht in die Millionen.

Landratsamt Cham: Mindestens 500 Gebäude beschädigt

Das Landratsamt Cham geht nach einer ersten Einschätzung davon aus, dass mindestens 500 Gebäude betroffen sind. Dazu kommen Sachschäden an gewerblichen Betrieben, wie etwa zwei Gärtnereien in Furth im Wald, die zerschmetterte Glashäuser beklagen, an Autohäusern oder, was Waldmünchen betrifft, auch an landwirtschaftlichen Gebäuden. Der Schaden an der Stadtpfarrkirche Furth im Wald liegt nach einer ersten Schätzung der Diözese bei rund einer halben Million Euro.

Furth will Handwerkerpool aufbauen - Bürgertelefon eingerichtet

In Furth im Wald wird am Montagfrüh die Festhalle für die Sachverständigen der Versicherungen geöffnet. Sie werden dort nach und nach die hagelgeschädigten Autos begutachten. Für die Reparaturen an den Gebäuden hofft die Stadt Furth im Wald, dass sich noch weitere Handwerker aus der Region melden, da die Handwerker in Furth nicht ausreichen. Bisher haben sich bereits drei Handwerker von außerhalb gemeldet. Das sind aber noch viel zu wenige. Die Stadt versucht, einen Handwerkerpool aufzubauen. Geschädigte können sich über ein heute eingerichtetes Bürgertelefon melden, um nach Handwerkern zu fragen. Das Bürgertelefon ist unter 09973-509-41 erreichbar oder per mail unter unwetter@furth.de.

Millionenschaden allein in Furth

Der Further Bürgermeister Sandro Bauer geht in einer ersten Schätzung von mehreren Millionen Euro allein in seiner Stadt aus. In Furth im Wald standen die Menschen heute Schlange an Versicherungsbüros, um ihre Schäden zu melden. Betroffen sind vor allem Autos und Dächer.

"Sowas haben wir noch nie erlebt"

Auch in Pegnitz (Landkreis Bayreuth) ist die Stadt damit beschäftigt, die Schäden aufzunehmen. "Die Leute rufen natürlich erst Mal bei uns an. Meine Mitarbeiter verschaffen sich gerade einen Überblick über alle Schäden", erklärte Bürgermeister Uwe Raab (SPD) auf Anfrage des Bayerischen Rundfunks. Über die Schadenshöhe könne man noch nichts sagen.

"Wir hatten innerhalb von zwei Tagen einen derartigen Starkregen, wie wir ihn in Pegnitz noch nie erlebt haben. Der Schock in der Bevölkerung sitzt tief. Der Klimawandel gibt mir zu denken."

Uwe Raab (SPD), Bürgermeister von Pegnitz

In den Regionen Bamberg, Forchheim, Bayreuth und Kulmbach rückte die Feuerwehr rund 200 Mal aus, um Wasser abzupumpen oder umgestürzte Bäume zu beseitigen. Verletzt wurde nach ersten Erkenntnissen niemand.

Vollgelaufene Keller und Unfälle

Das Polizeipräsidium Oberpfalz berichtete am Dienstagmorgen von umgestürzten Bäumen, überschwemmten Straßen und vollgelaufenen Kellern. Besonders die Landkreise Regensburg, Amberg-Sulzbach und Neumarkt in der Oberpfalz waren am Montagabend betroffen. Im Raum Aschaffenburg in Unterfranken kam es zu einigen Unfällen wegen Starkregens. Bei Kleinostheim (Landkreis Aschaffenburg) kam ein 40-Jähriger mit seinem Auto auf der Autobahn 3 wegen nicht angepasster Geschwindigkeit auf regennasser Fahrbahn ins Schleudern. Er fuhr gegen die Mittelleitplanke und blieb auf dem linken Fahrstreifen liegen, wie die Verkehrspolizei am Dienstag mitteilte. Der Fahrer blieb unverletzt.

Bladenight in Landshut und Gregorifest in Bayreuth abgesagt

Derweil werden wegen der prognostizierten Regenschauer bereits Sicherheitsmaßnahmen getroffen: In Landshut ist für heute Abend die Bladenight abgesagt worden. Sie soll nun eine Woche später stattfinden. Ebenso in Pegnitz im Landkreis Bayreuth: dort wurde das für heute geplante Gregorifest um eine Woche verschoben.

Und auch die Unwetterschäden aus der letzten Nacht sind noch nicht ganz beseitigt, etwa im Bayerischen Wald: Die Bahnstrecke zwischen Grafenau und Frauenau ist wegen umgestürzter Bäume gesperrt. Ein Bus-Ersatzverkehr ist eingerichtet worden, teilt die Länderbahn mit.

Auch heute wieder Unwetter möglich

In der Nacht flauten die Gewitter vorübergehend ab. Doch die Verschnaufpause währt wohl nur kurz: Auch heute könnte es wieder Unwetter in Bayern geben. Vor allem an den Alpen sind laut dem Deutschen Wetterdienst Gewitter und kräftige Schauer wahrscheinlich.

Für den Mittwoch rechnet der Deutsche Wetterdienst erneut mit kräftigem Regen vom Allgäu bis zum Bayerischen Wald. In der Nacht zum Donnerstag soll der Regen dann auch Richtung Alpen wieder abklingen und die Temperaturen könnten steigen.


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