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Institut der deutschen Wirtschaft Unternehmen lassen sich die Stimmung nicht verderben

Die deutschen Firmen trotzen dem Handelsstreit mit Donald Trump und dem nahenden Brexit. Sie bleiben zuversichtlich. Die Wirtschaft wächst. Aber: Der Mangel an Fachkräften bremse das Wachstum, sagt das arbeitgebernahe Institut der deutschen Wirtschaft.

Von: Wolfgang Kerler

Stand: 16.04.2018

Deutsche Wirtschaft und der Außenhandel | Bild: picture-alliance/dpa

Das Institut der deutschen Wirtschaft (IW) beginnt seinen neuesten Konjunkturbericht mit den vielen Risiken für deutsche Unternehmen: der US-Präsident, der einen Handelskonflikt mit China provoziert, das wirtschaftlich und politisch wackelige Italien, die Unsicherheiten rund um den Brexit.

Und trotzdem: Die deutschen Unternehmen haben volle Auftragsbücher und schauen zuversichtlich in die Zukunft. 2800 Firmen hat das arbeitgebernahe Forschungsinstitut befragt: Mehr als die Hälfte rechnet für dieses Jahr mit einer steigenden Produktion. Fast die Hälfte der Firmen erwartet außerdem mehr Investitionen und möchte noch mehr Personal einstellen. Immerhin knapp ein Drittel geht von einem weiteren Exportplus aus.

IW plädiert für Einwanderungsgesetz

Für 2018 und 2019 prognostiziert das IW für Deutschland ein Wirtschaftswachstum von jeweils zwei Prozent. Der Aufschwung geht weiter. Trotzdem ermahnen die Ökonomen die Bundesregierung: Sie solle verhindern, dass die Handelsstreitigkeiten mit den USA weiter eskalieren. "Die Wohlstandsverluste auf allen Seiten wären immens", sagt IW-Direktor Michael Hüther.

Außerdem plädiert das IW für ein Einwanderungsgesetz. Denn: Der Arbeitsmarkt sei leergefegt. Hätten deutsche Firmen genug Fachkräfte, könnte die Wirtschaftsleistung in Deutschland um bis zu 30 Milliarden Euro höher ausfallen, hat das Institut berechnet. Es brauche daher qualifizierte Zuwanderung.

Bessere Vereinbarkeit von Familie und Beruf gefordert

Außerdem fordert das IW von der Politik mehr Einsatz für eine bessere Vereinbarkeit von Familie und Beruf.

"Vor allem das Kita-Angebot und die Ganztagsbetreuung in den Schulen müssen verbessert werden", sagt Michael Hüther. "Viele Eltern würden ja gern mehr arbeiten, wenn ihnen endlich ein umfassendes Betreuungsangebot gemacht würde."


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Oliver M., Montag, 16.April, 18:09 Uhr

6. Leer gefegter Markt? Schmarrn!

Das Problem ist, dass es gut bezahlte Berufe mit Garantie auf ein finanziell sorgenfreies Leben angesichts horrender Wohnkosten sowie zunehmender Eigenverantwortung in diversen Bereichen i.d.R. nur mit abgeschlossenem Hochschulstudium insbesondere im technischen Bereich gibt! Ist doch logisch, das derjenige, welcher einigermaßen das Zeug dazu hat, ein Studium wählt! War auch meine primäre Motivation fürs Studium!

Wertet mal lieber Fachkräfte finanziell und vom Ansehen her deutlich auf. Dann werdet Ihr feststellen, dass der Markt gar nicht so leer gefegt ist.

Und hört auf, uns einzureden, dass es Wohlstand nur mit Wachstum gibt! Das ist Müll! Das geht auch anders, wenn man will und das muss anders gehen angesichts der Tatsache, dass es kein unbegrenztes Wachstum für alle gibt. Also wäret Ihr gut beraten, beizeiten einen Weg ohne Wachstum zu finden! Aber blind wie die Maulwürfe, die vom aggressiven Kapitalismus geblendete Führungsriege. Nix gegen Kapitalismus, aber nicht so!

winfried, Montag, 16.April, 17:42 Uhr

5. Immer die gleiche "Leier" ... Fachkräfte-Mangel

Was die Wirtschaft braucht, weiß die Wirtschaft selbst am besten. Aber es soll alles nichts kosten.
Dazu "faselt" man von einem Einwanderungsgesetz, natürlich zusätzlich zur (unregulierten?) Zuwanderung aus aller Welt.
Doch das sind ja nur "Rohdiamanten", wenn überhaupt. Und wenn ja, dann passen sie nicht zur Erwartung, und überhaupt ... viel zu teuer.
Was man erwartet, sind "Brillianten" höchster Reinheit zum Preis von Talmi.
Und was machen Politik resp. die Politiker ?! ... Sie tun ihr "Bestes", so wie vor ihnen die "Fischers", "Schröders" oder "Wissmanns".

  • Antwort von Dieter, Montag, 16.April, 18:11 Uhr

    @ winfried
    oder einfach nur für ihr EGO und in die eigene Tasche.
    M.f.G.

Dieter, Montag, 16.April, 17:34 Uhr

4. Wirtschaft u. Fachkräftemangel.

Ich war fast 40 Jahre Unternehmer und glaube denen die vom Fachkräftemangel sprechen kein Wort.
Wenn es einen Fachkräftemangel gäbe, müssten die Leute nicht für den Inflationsausgleich streiken.
An einem Markt drückt sich ein Mangel in steigenden Preisen aus (hier die Löhne). Da die Löhne nicht steigen sondern die letzten 20 Jahre eher sinken, kann es auch keinen Fachkräftemangel geben.
M.f.G.

  • Antwort von Truderinger, Montag, 16.April, 18:57 Uhr

    Fassen wir zusammen: Wenn die Löhne steigen, steigen auch die Preise! Also einfach Löhne erhöhen und die Preise für die produzierten Güter ebenso! Auswirkungen auf die Wettbewerbsfähigkeit sind nicht bekannt! Zumindest nicht in monopolistischen Strukturen und die sind ja der Regelfall in einer freien Marktwirtschaft!

  • Antwort von Dieter, Montag, 16.April, 19:48 Uhr

    @ Truderinger
    Auswirkungen sind wohl bekannt. Durch das systematische deutsche Lohndumping werden die Länder nicht nur rund um Deutschland ruiniert.
    Siehe Trump.
    mfg.

  • Antwort von Truderinger, Montag, 16.April, 20:14 Uhr

    Soso Dieter, wenn sich also andere Länder zu hohe Lohnsteigerungen leisten, ist das die Schuld derer, die vernünftig wirtschaften! Interessante These! Warum sollen wir unsere internationale Wettbewerbsfähigkeit der Unersättlichkeit französischer Arbeitnehmer opfern, die mit 60 auch noch in Rente gehen?

  • Antwort von winfried, Dienstag, 17.April, 07:01 Uhr

    @Dieter 17:34 Uhr ... Ich stimme Ihrer Auffassung vollinhaltlich zu. Dennoch, es ist mit der Lohn- und Preisentwicklung wie mit der "Henne und dem Ei".
    @Dieter 19:48 Uhr ... Ich denke, mit Ihrem Erklärungsversuch "dreschen Sie auf leeres Stroh".

Klarzextbaustein, Montag, 16.April, 16:58 Uhr

3. Wer es glaubt!

Fachkräftemangel! Ich würde diese Behauptung als FakeNews bezeichnen!
Wer in den großen Konzern, Teils aber auch in kleineren Handwerksbetrieben erlebt, wie mit erfolgreichen u. leistungswilligen Mitarbeitern umgegangen wird, Thema Arbeitszeit, irrsinne Planzahlen, häufig sehr geringe Lohnsteigerungen und die totale Überwachung wegen klarem Misstrauen, der trägt die Verantwortung für das Ausbrennen und die schon heute stark gestiegene Erkrankungszahl im Bereich der „Seelischen Erkrankungen“!
Wer also so mit Mitarbeitern umspringt, der darf nicht über den Fachkräftemangel reden, denn scheinbar hat man ja genügend Nachwuchs in der Hinterhand, der frisch von der Ausbildung, mit mind. zwei Titeln und zwanzig Jahre Berufserfahrung für Hilfsarbeiterlöhne 50 und mehr Wochenstunden arbeitet!
Wäre Faxhkräfte Mangelware, wir würden besser behandelt und gepflegt und weniger wie ein Sklave4.0 behandelt. Die Probleme werden erst richtig groß, denn unsere Kinder werden die Unternehmen meiden!

Sabrina , Montag, 16.April, 16:57 Uhr

2. Lösung: Unqualifizierte mit qualifizierter Einwanderung ersetzen.

Unternehmen aus dem Bereich Digitalisierung, Mikrotechnologie und Künstliche Intelligenz, anwendungsnahe Forschung zur Förderung digitaler Spitzentechnologien wie Quantencomputing, Robotik, autonome Systeme, Augmented Reality (3D Virtualisierung), Blockchain, Visible Light Communication und Mikroelektronik, 5G-Breitbandnetz-Ausbau, Elektromobilität, automatisierte und vernetzte Fahren, Batteriezellfertigung, Smart Home, künstliche Intelligenz, Luft- und Raumfahrt suchen händeringend neue Mitarbeiter.
Mit erwachsenen Asylsuchenden, die noch keine Schule besucht haben, können diese Unternehmen auch bei einem Einarbeitungszuschuß von 40.000 EUR leider nichts anfangen, sie werden mit ihren Familien lebenslang Sozialfall bleiben. Die Kosten!

  • Antwort von Dieter, Montag, 16.April, 17:38 Uhr

    @ Sabrina
    Ganz einfache Lösung
    Die Steuerprogression für Überstunden abschaffen und den Leute für die Überstunden 25% mehr geben. Dann klappt's auch mit den Aufträgen.
    Für Migration strenge Regeln der beruflichen Verwertbarkeit einführen. Wer hier keine duale Berufsausbildung will, sofort wieder ausweisen. Einfach mal ( bis auf die duale Ausbildung ) nach Australien schauen.
    M.f.G.

  • Antwort von Truderinger, Montag, 16.April, 19:10 Uhr

    Genau, Dieter! Mehr Geld für die Arbeitnehmer führt zu niedrigeren Preisen und mehr Aufträgen!