54

Rentnerehepaar aus Randersacker Unterfränkische Entwicklungshelfer bringen Bildung nach Afghanistan

Anne Marie und Peter Schwittek aus Randersacker sind Rentner, aber ruhig verläuft ihr Leben trotzdem nicht: Die beiden arbeiten als Entwicklungshelfer in Afghanistan. Ihr ganzes Herz hängt an einem Schulprojekt, das nun zu scheitern droht.

Stand: 03.01.2018

Am Freitag ist es wieder soweit: Dann nehmen die Schwitteks ein gutes halbes Jahr Abschied von ihrer Heimatgemeinde und reisen nach Afghanistan. Dort leiten sie seit mehr als 20 Jahren die "Organisation zur Förderung regionaler afghanischer Initiativen und Nachbarschaftshilfen", kurz: Ofarin. Das heißt in den Landessprachen Dari und Paschtu so viel wie "prima" oder "gut gemacht".

Taliban unterstützen die Initiative

Der Verein sorgt dafür, dass Kinder und auch Erwachsene Bildung bekommen. 9.000 Schüler betreut das Projekt derzeit, mehr als die Hälfte davon ist weiblich. Denn gerade für Mädchen ist Ofarin oft die einzige Möglichkeit, dem Analphabetentum zu entkommen. Das System funktioniert, weil der Unterricht an Moscheen mit Wohlwollen der Mullahs abgehalten wird. So akzeptiert sogar ein Großteil der Taliban die Initiative.

Doch nach verheerenden Terroranschlägen wie dem im Mai 2017, bei dem die deutsche Botschaft in Afganistan zerstört wurde, haben die großen Hilfsorganisationen Angst um ihre Mitarbeiter bekommen und sich aus dem Land zurückgezogen. Damit wurde auch Ofarin das Geld gestrichen.

700 Euro pro Klasse und Jahr

700 Euro kostet es, eine Klasse ein Jahr lang zu unterrichten. Einen Teil des Unterrichts musste die Organisation bereits einstellen. Aufgeben wollen die beinahe letzten deutschen Entwicklungshelfer aber nicht.

"Wir machen unsere Arbeit, wie wir sie auch vor fünf Jahren gemacht haben. Wenn man sieht, wie lernbegierig die Kinder und wie eifrig die Lehrer sind, da kann man das nicht einfach hinschmeißen."

Peter Schwittek, Entwicklungshelfer

Deshalb suchen der 77-jährige ehemalige Mathematiklehrer und seine Frau händeringend nach Spendern und Sponsoren. Nur so wird es möglich sein, das Schulprojekt dauerhaft fortzuführen. "Nur Bildung kann Afghanistan irgendwann Frieden bringen", ist Anne Marie Schwittek überzeugt.


54

Keine Kommentare mehr möglich. Hinweise zum Kommentieren finden Sie in den Kommentar-Spielregeln.)

Wolfgang, Mittwoch, 03.Januar, 19:43 Uhr

5. Die jungen afghanischen Männer hier könnten doch dort als Lehrer sich engagieren

Und offensichtlich ist es in Afghanisan nicht tödlich lebensgefährlich wie unsere Abschiebungsgegner und -verhinderer erzählen.

Keine Ausbildung als Lehrer, für Bassibildung geht das mit einer "Schnellbleiche", machte man nach 1945 in allen Zonen, in der SBZ auch mit Facharbeitern ohne akademischen Hintergrund, die "Neulehrer". die waren so gut, es sei ihnen gedankt, daß bildungsmäßig die DDR real Weltniveau erreichte.

websaurier, Mittwoch, 03.Januar, 19:29 Uhr

4. Vergebliche Liebesmüh...


Muss jeder aber für sich entscheiden...

Ausbilder, Mittwoch, 03.Januar, 19:23 Uhr

3.

Seit über 20 Jahren wird dort Unterricht gegeben von deutschen Entwicklungshelfern vor Ort. Das sind 2 Generationen die eine gute schulische Bildung haben müssten.

Jurek W., Mittwoch, 03.Januar, 13:09 Uhr

2. Besser ein Ende mit Schrecken...

Auch Bildung wird keine Änderung möglich machen. Der Grund für diese extreme Rückständigkeit liegt im radikalen Islam, der dort beheimatet ist. Ohne die Befriedungstruppen wäre bereits wieder der alte Zustand hergestellt - der ja in manchen Gegenden längst erneut die Regel ist. Sicher ist das Bemühen dieses Ehepaares anzuerkennen. Doch was wird davon bleiben? Was ist aus den Schülerinnen geworden, die in früheren Jahren in den Genuss der Schulzeit gekommen sind? Schätze, brave Ehefrauen machohafter Männer.

Hans Holtz, Mittwoch, 03.Januar, 12:44 Uhr

1. Der Wille stirbt bekanntlich zuletzt...

Die Dummen sterben eben nie aus. Das haben doch schon tausende Europäer versucht, doch hat sich was in solchen Ländern, wo der Islam am Ruder ist, dauerhaft verändert? Nirgends. Ohne die konstante Hilfe bekennender Gutmenschen aus Europa hätten manche Länder in Afrika gar keine Krankenversorgung. Man schaue aber konkret auf Afghanistan: Wären dort nicht noch die "Friedenstruppen" aktiv, hätte sich das Taliban-Geschwader wieder durchgesetzt, also erneut tiefste Rückständigkeit. Der Islam steht jeder Erneuerung und Öffnung nach außen im Weg.