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Reaktion auf Tierskandal Tote Schweine von Gelchsheim - Grüne fordern genauere Kontrollen

Nach dem Fund von bis zu 2.000 toten Schweinen in einem Stall bei Gelchsheim haben die Grünen im bayerischen Landtag eine Anfrage an die Staatsregierung gestellt. Sie wollen wissen, ob der Landwirt zuvor auffällig wurde und wie oft und wie genau sein Hof kontrolliert wurde.

Stand: 16.04.2018

Schweineskandal bei Gelchsheim | Bild: BR-Studio Mainfranken/Bernhard Metzger

"Wir wissen auch, dass zum Beispiel Hühnerställe oft kontrolliert werden, in dem vielleicht die ersten paar oder die ersten hundert Hühner kontrolliert werden. Ich kann mir nicht vorstellen, dass wirklich jedes einzelne Tier begutachtet wird. Das Gleiche gilt sicher auch für Schweineställe mit mehreren tausend Tieren."

Kerstin Celina, Grünen-Landtagsabgeordnete für den Stimmkreis Würzburg-Land.

Celina bemängelt außerdem, dass vor allem Bio-Betriebe regelmäßig kontrolliert werden, aber für die Kontrolle von großen Betrieben das Personal oftmals nicht ausreiche.

Was geschieht mit der Luft aus den Schweineställen?

Sorgen macht sich Celina auch um die Entsorgung und vor allem Dekontaminierung des Stalles, indem immer noch die toten Schweine liegen. Es sei nun die wichtigste Aufgabe, Konzepte zu erstellen, wie die Stallungen überhaupt gereinigt und entlüftet werden können. Die Kadaver könnten in Plastikfolie eingeschweißt und abtransportiert werden. Bei der Abluft gebe es wenig Erfahrungswerte, weil es solche Fälle noch nicht oft gab. Das sei eine extrem schwierige Aufgabe, so Celina weiter.

"Man kann die Luft aus dem Stall nicht einfach in die Umgebung pusten. Da sind 2.000 Schweine verwest. Da sind Bakterien drin, die keiner in der Luft haben möchte."

Kerstin Celina, Grünen-Landtagsabgeordnete für den Stimmkreis Würzburg-Land.

Hintergrund

Das Landratsamt Würzburg hatte am 6. April darüber informiert, dass "mehrere hundert" Schweine tot in einem Stall in Osthausen – einem Ortsteil von Gelchsheim im Landkreis Würzburg – liegen. Inzwischen geht man von bis zu 2.000 Tieren aus, die offenbar bereits seit vergangenem November tot in den beiden Ställen liegen. Die Hintergründe und die genaue Todesursache sind weiterhin unklar.

 


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