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KKW Grafenrheinfeld Studie: Atommüll-Zwischenlager bei Terrorangriffen nicht geschützt

Der Bund Naturschutz fordert eine Überprüfung der Konzepte für Atommüll-Zwischenlager - auch am Kernkraftwerk Grafenrheinfeld. Laut einer Expertin ist dort der Schutz bei möglichen Terroranschlägen nicht gegeben.

Stand: 30.01.2018

Fässer mit Atommüll | Bild: pa/dpa

Die Diplom-Physikerin Oda Becker hat am Montagabend in Schweinfurt ihre Ergebnisse für eine bundesweite Studie unter anderem zum KKW Grafenrheinfeld präsentiert.

Becker beschäftigt sich mit Fragen zur Sicherheit an Kernkraftwerken und Zwischenlagern und kommt zu dem Schluss, dass diese nur unzureichend gegen potenzielle Terroranschläge geschützt sind – zum Beispiel, wenn sie mit panzerbrechenden Waffen beschossen werden oder ein Flugzeug gezielt dort zum Absturz gebracht wird. "Beide Szenarien könnten zu erheblichen Freisetzungen führen," sagte Becker wörtlich und verwies darauf, dass dabei Radioaktivität freigesetzt werde.

Castorbehälter halten Kerosinbrand nicht Stand

Bislang sind die Castorbehälter so konzipiert, dass sie bei Feuer eine Temperatur von 800 Grad Celsius über eine halbe Stunde aushalten müssen. Laut Becker würde bei einem gezielten Absturz einer Verkehrsmaschine Kerosin in Brand geraten – was bis zu 1.200 Grad heiß werden könne. Das berge die Gefahr, "dass es zu Dichtungsversagen und zu erheblichen Freisetzungen kommen kann."

Aus Sicht von Becker müssten man sich mit Beteiligung der Bevölkerung ein Zwischenlagerkonzept überlegen. Bislang gibt es kein Endlager. Die Genehmigung für das Atommüllzwischenlager am KKW Grafenrheinfeld geht bis 2046.

Weitere Ummantelung nötig?

Eine geplante Mauer an den Längsseiten des Gebäudes würde aus Sicht von Becker keinen Schutz bei Terrorangriffen bieten. Zudem ist sie der Ansicht, dass eingelagerte Castorbehälter mit abgebrannten Brennelementen zur Sicherheit vor Angriffen von außen nochmals ummantelt werden und die Gebäude baulich verstärkt werden müssten.

Wenn alle noch zuletzt genutzten 597 Brennelemente im Nasslager abgekühlt und in Castoren eingelagert sind, werden künftig laut Preussen Elektra 55 der 88 Castorstellplätze im Atommüll-Zwischenlager belegt sein. Für den gesamten Rückbau des KKW Grafenrheinfeld geht das Unternehmen von einem Zeitraum zwischen zehn und 15 Jahren aus. Dass KKW war Ende Juni 2015 nach 33 Betriebsjahren abgeschaltet worden.


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Politi, Dienstag, 30.Januar, 11:56 Uhr

2. Castor

Wir reden von langen Zeiträumen, sehr langen!
Wie lange ist die spezifizierte Lebensdauer der Castorbehälter?

Die Dichtungen wird man jetzt ja eh austauschen und das Ganze neu freigeben müssen, vielleicht kann man da die Lebensdauer gleich mit anpassen. Oder will unsere Regierung die Bevölkerung mit diesem Risiko leben lassen?

Und jetzt, da der Staat das Risiko dafür trägt, muss man ja auch nicht um Dividenden oder Spenden der Atomkonzerne fürchten!

Quak, Dienstag, 30.Januar, 09:05 Uhr

1. Ja, ja baut ruhig aus - was soll's, das zahlt ja dann alles der Steuerzahler!

Toller Deal mit dem Trittin, Platzeck und von Beust. Die Energjebetreiber sind ja für die nächsten 1 Million Jahren fein raus und haben sich freigekauft.
Noch ein herzliches Dankeschön an den Ober-Grünen Revoluzzer Trittin.

Er hat als "Umwelthelfer" der Grünen für eine strahlende Zukunft gesorgt.

Ich verstehe es bis heute nicht, warum man das tun konnte.

  • Antwort von Grunz, Dienstag, 30.Januar, 09:53 Uhr

    Quack
    Bleiben Sie im Tümpel !
    Trittin ist schuld an den Atomkraftwerken und am Atommüll ?! Trittin war im Ausschuss
    für Endlager und hat sein möglichstes versucht, mehr hätte auch ich mir erhofft.
    Verursacherprinzip !
    - aber -Atromkraftwerke in die Luft sprengen, klingt genauso bl..., wie Trittin hat für eine strahlende Zukunft gesorgt. Trittin der Verursacher ?!
    Unsinn ! Quak passt !

  • Antwort von Quak, Dienstag, 30.Januar, 10:38 Uhr

    Grunz,

    sie haben kein Pokerface ;-)

    Aber im Ernst, sonst war die Atomaufsicht auch keine Bittstelller-Veranstaltung. Die Unternehmen wären aber vermutlich in die Pleite gegangen.

  • Antwort von weso, Dienstag, 30.Januar, 11:14 Uhr

    @ Grunz
    Verursacherprinzip ist gut. Wer hat denn den Strom über 40 Jahre verbraucht ? Ohne ein vernünftiges Konzept zur Entsorgung.
    Mit den Windrädern wird es nicht anders sein, der Rückbau wird nur an der Oberfläche gemacht, die 1.000 Kubikmeter Beton bleiben im Boden.

  • Antwort von Politi, Dienstag, 30.Januar, 11:59 Uhr

    @weso:
    Aber der Beton strahlt nicht!
    Und ist nach 1000000 Jahren biologisch abgebaut, da finden Sie nicht mehr viel davon!