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Beschäftigungssicherung als Ziel Schaeffler und IG Metall beschließen "Zukunftsvereinbarung"

Der Schaeffler-Konzern und die IG Metall haben für die rund 38.000 Beschäftigten eine sogenannte Zukunftsvereinbarung geschlossen - vor allem, um für die Herausforderungen der Digitalisierung gerüstet zu sein. Schlüsselthemen sind Qualifizierung und Weiterbildung.

Von: Norbert Steiche

Stand: 16.04.2018

Firmenschild Schaeffler | Bild: picture-alliance/dpa

Der Wälzlagerkonzern Schaeffler und die IG Metall haben für die bundesweit etwa 38.000 Beschäftigten eine "Zukunftsvereinbarung" geschlossen. Das teilt der Schaeffler-Gesamtbetriebsratsvorsitzende Norbert Lenhard mit. Bei der Vereinbarung gehe es unter anderem darum, für die Herausforderungen der Digitalisierung gerüstet zu sein.

Innovationfonds und Bekanntnis zur Tarifbindung

Vereinbart wurde laut Lenhard, dass die deutschen Standorte gestärkt werden und sich das Unternehmen zur Tarifbindung bekennt. Qualifizierung und Weiterbildung sollen Schlüsselthemen sein. Weiterhin soll ein Innovationsfonds in Höhe von 50 Millionen Euro zur Förderung von Innovation und Realisierung gemeinsamer Zukunftsprojekte geschaffen werden. Dieser soll über fünf Jahre gute Ideen der Mitarbeiter fördern. Lenhard schreibt wörtlich:

"Automobilbranche und Maschinenbau befinden sich in einem tiefgehenden technologisch-wirtschaftlichen Umbruch. Die bevorstehende Transformation wird von den Megatrends Digitalisierung, Elektromobilität und Industrie 4.0 geprägt. Die Transformation wird enorme Auswirkungen auf Betriebe, Arbeitsplätze und Gesellschaft haben."

Norbert Lenhard, Vorsitzender Gesamtbetriebsrat Schaeffler

E-Mobilität und Digitalisierung als "Megatrends"

Laut Lenhard wachsen Umsatz und Beschäftigtenzahl des Unternehmens vor allem im Asien-Pazifik Bereich. Nur noch rund 35 Prozent der Mitarbeiter arbeiten in Deutschland, heißt es. Die fortschreitenden Entwicklungen der E-Mobilität werde langfristig das Produktfolio der Automotive-Sparte umfassend verändern und das Verhältnis zwischen Zulieferer und Erstausrüster neu definieren. Die Produkte der Industriesparte würden mit Zusatzfunktionen nachgefragt. Produktnahe Dienstleistungen aus Datengewinnung, Dateninterpretation und Service würden neue Marktchancen bieten. Wörtlich heißt es:

"Die Digitalisierung wird die Arbeitswelt und damit auch die Anforderungen an die Belegschaften durchgreifend verändern. Zum einen muss die bisherige Produktpalette weiterentwickelt werden, deren Auslaufkurve sich voraussichtlich noch zwei Jahrzehnte erstrecken wird. Zum anderen muss in neue Produkte und Geschäftsfelder investiert werden."

Norbert Lenhard, Vorsitzender Gesamtbetriebsrat Schaeffler

Vereinbarung schließt betriebsbedingte Kündigungen aus

Betriebsbedingte Kündigungen seien mit der Vereinbarung grundsätzlich ausgeschlossen ausgeschlossen, heißt es weiter. Jürgen Wechsler, Bezirksleiter der IG Metall Bayern, sagte:

"Mit dieser Zukunftsvereinbarung bekennt sich Schaeffler dazu, den bevorstehenden Transformationsprozess gemeinsam mit der IG Metall und den Betriebsräten zu beschreiten. Wir haben erreicht, dass die Beschäftigten in diesem Prozess weitest gehende Sicherheiten und Perspektiven erhalten. Dazu gehört ein Ausbau der Tarifbindung."

Jürgen Wechsler, Bezirksleiter der IG Metall Bayern

Weltweit beschäftigt Schaeffler mehr als 90.000 Mitarbeiter, bundesweit sind es rund 38.000 Mitarbeiter. Am Schaeffler-Standort Schweinfurt arbeiten rund 6.300 Menschen. 2017 erwirtschaftete das Technologieunternehmen einen Umsatz von rund 14 Milliarden Euro. Schaeffler ist eines der weltweit größten Familienunternehmen und verfügt mit rund 170 Standorten in über 50 Ländern über ein weltweites Netz aus Produktionsstandorten, Forschungs- und Entwicklungseinrichtungen und Vertriebsgesellschaften.


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