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Nach Auffahrunfall Hätten Bremsassistenten tödlichen Aufprall verhindern können?

Mittwochabend auf der A3 bei Würzburg: Ungebremst mit etwa 85 km/h kracht ein LKW in ein Stauende. Der Fahrer stirbt noch an der Unfallstelle. Nur zwei Stunden später und einige Kilometer weiter passiert das Gleiche nochmal.

Stand: 15.02.2018

Unfallbilder | Bild: News5

Die traurige Bilanz: Noch ein Toter und zwei Schwerverletzte und das obwohl Notbremsassistenten seit 2015 Pflicht sind. Den aktuellen Ermittlungen zufolge waren die beteiligten LKW aber alle älter als 2015 und somit noch keine solchen Assistenzsysteme verbaut. Ein solcher Notbremsassistent hätte den Unfall vermutlich verhindern können. Über einen Radar und teilweise auch per Kamera haben sie den Verkehr im Blick.

Bremsassistent kann auch abgeschaltet werden

Der Bremsassistent warnt den Fahrer zunächst optisch und akustisch, sollte er ein Hindernis wie etwa ein Stauende nicht rechtzeitig erkennen. Reagiert der Fahrer darauf nicht, führt der Assistent die Vollbremsung aus. Trotzdem dürfen  diese Systeme vom Fahrer jederzeit auch abgeschaltet werden. Das tun die Fahrer auch: Etwa im Stadtverkehr, wenn Autos kurz vor dem Laster einscheren und so den Bremsassistenten auslösen.

Erfahrungen aus der Praxis

LKW-Fahrer Thomas Halbauer verzichtet dann lieber auf  die Technik - aus Sicherheitsgründen für die nachfolgenden Autos. Denn so schnell wie der Assistent eine Vollbremsung erreicht, kann der nachfolgende Fahrer oft nicht bremsen. Für Spediteur Daniel Beständig macht es durchaus Sinn, dass System kurzfristig abschalten zu können. Allerdings sollte es sich nach wenigen Minuten wieder aktivieren. Das fordert auch der ADAC.

Trotzdem: Nachrüsten ist unrentabel und bis alle ältere LKW ohne Bremsassistenten von der Straße sind, wird es noch Jahre dauern.


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Hugo Trotz, Freitag, 16.Februar, 11:29 Uhr

1. Die Technik kann mit helfen, aber nicht generell.

Es hätten einfach diese Fahrer aufpassen müssen. Dieser Faktor wird gar nicht mehr in Erwägung gezogen, oder? Wenn man an vergangene Jahre denkt, erinnert man sich noch deutlich daran, dass es üblich war, "Ross und Reiter zu benennen". Man betreibt in Deutschland eine permanente Schuldkultur im Allgemeinen. Also hinsichtlich der Verbrechen unserer Vorfahren. Aber sonst gibt es keine - da wird immer nach Gründen gesucht zum Relativieren oder zum Entschuldigen. Wer am Lenkrad mit anderen Tätigkeiten beschäftigt ist, als mit dem Beachten des Straßenverkehrs, der ist schuldig, wenn es zum Unfall kommt. Und wer sich in einer verantwortungsvollen Tätigkeit ablenken lässt, egal wie, auch. Wer leichtsinnig Menschenleben aufs Spiel setzt, hat dafür gerade zu stehen. Das muss endlich wieder in die Köpfe vieler Zeitgenossen! Es geht nicht um "hätte", auch nicht um noch mehr Hilfsmittel. Sondern um das schlichte Wahrnehmen der Pflicht, seine Arbeit gut zu machen.