17

Happy End Iphofen: Haus für elfköpfige Familie gefunden

Die elfköpfige Familie Mayle aus Hellmitzheim bei Iphofen, die vor der Obdachlosigkeit stand, kann aufatmen: Die Stadt Iphofen wird in Iphofen ein derzeit leerstehendes Haus, in dem bis Oktober noch Flüchtlinge untergebracht waren, kaufen und an Familie Mayle vermieten.

Stand: 14.03.2018

Am 15. März wäre das Haus, in dem die Mayles derzeit wohnen, zwangsgeräumt worden. Eine mögliche Obdachlosigkeit bleibt der Großfamilie nun erspart. "Das haben wir dem Bayerischen Rundfunk zu verdanken - durch Berichte im Radio und Fernsehen wurde auf unser Schicksal aufmerksam gemacht", sagte am Dienstagabend eine sichtlich erleichterte Claudia Mayle. Der Vermieter hatte bereits eine Räumungsklage zum 15. März erwirkt, will darauf aber verzichten, weil sich eine Lösung nun abzeichnet.

Stadt springt ein

Iphofens Bürgermeister Josef Mend hat dem BR bestätigt, dass der Stadtrat kürzlich in nicht öffentlicher Sitzung den Kauf des Hauses in Iphofen beschlossen hat. Mend wörtlich: Wir wollen Ende nächster Woche den Kauf beim Notar beurkunden lassen. Sobald wir die Schlüssel haben, kann Familie Mayle in das Haus umziehen."

Familie im Raum Iphofen fest verwurzelt

Dem Ehepaar Mayle mit seinen neun Kindern im Alter von zwei bis 21 Jahren war das Mietverhältnis für das von ihnen bewohnte Haus in Hellmitzheim Anfang 2017 wegen Eigenbedarfs gekündigt worden. Der Sohn des Vermieters will das Haus abreißen und an dieser Stelle für seine eigene Familie einen Neubau errichten. Bis zuletzt hatte die elfköpfige Familie Mayle im Landkreis Kitzingen kein adäquates Haus gefunden. Sie wollten im Raum Iphofen bleiben, weil die Kinder dort im Kindergarten, in Schulen und in Ausbildung sind.


17

Keine Kommentare mehr möglich. Hinweise zum Kommentieren finden Sie in den Kommentar-Spielregeln.)

Bedenkenträger, Donnerstag, 15.März, 13:54 Uhr

5. Nicht zu einfach gedacht?

Es mag unstrittig sein, dass sich vermutlich sowohl Mieter als auch Vermieter um Alternativen gekümmert haben. Es sollte aber jedem klar sein, dass es für eine Familie in dieser Größenordnung schwierig ist, entsprechenden Wohnraum zu finden, wenn man bedenkt, dass heute schon Familien mit zwei Kindern kaum eine bezahlbare Mietwohnung in entsprechender Größe finden. Das ist dann auch oft der Grund, warum Familien Eigentum erwerben. Dass die Vermieter hier nicht reihenweise Häuser zur Vermietung anbieten, scheint nahe liegend, da solche oft gar nicht zur Verfügung stehen. Vielleicht hätte sich die Familie hier schon früher mal Gedanken machen sollen, wie die Wohnsituation langfristig lösbar ist. Es kann nicht Aufgabe der Gemeinde sein, sich um den entsprechenden Wohnraum zu kümmern. Der Familie ein gutes Ankommen in ihrem neuen Zuhause.

Mitbürger, Donnerstag, 15.März, 13:06 Uhr

4. Großfamilie

Es ist ja sehr schön, dass für die Familie Mayle eine Lösung von der Stadt Iphofen gefunden wurde .
In den ganzen Berichten, egal wo, kam aber nie die Sprache darauf, dass die liebe Familie Mayle
mehrere, auf keinen Fall schlechtere, Wohnmöglichkeiten abgelehnt hat. Die Vermieter werden als die
bösen Leute angeprangert, haben aber auch nach Lösungen (Mietobjekten) gesucht.
Zu jedem Streitfall gehören zwei Seiten, und eine Zwangsräumung kommt nicht von Heute auf Morgen, da
braucht es schon ein wenig Vorlaufzeit.
Bei Bilder mit kleinen Kindern wird immer auf die Tränendrüse gedrückt und manipuliert, aber jetzt wird
ja hoffentlich bald umgezogen und alles wird wieder gut.

  • Antwort von Bürger, Donnerstag, 15.März, 15:28 Uhr

    Die Berichterstattung war meines Erachtens nicht ausgewogen. Scheint wohl heute der Mainstream zu sein, wenn jemand ein Problem hat, dann geht man an die Öffentlichkeit und auf die angebliche Hilflosigkeit wird dann massiv abgehoben. In diesem Fall war der Familie lange vorher klar, und zum Teil selbst verschuldet (es gibt kein lebenslanges Mietrecht), dass sie nicht auf "der Straße" landet, da ja die Gemeinde einspringen muss. Wohnungsnot gibt es Großstädten enorm, und viele alte Menschen o. Mütter mit Kindern haben da große unlösbare Probleme. Aber in dem Fall währte die Wohnungsnot nicht allzu lange, denn jedem war klar, dass die Gemeinde und damit die Allgemeinheit einspringen wird.

Sorgenkind, Donnerstag, 15.März, 10:42 Uhr

3. Reflexreaktion

irgendwie verstehe ich die hier reflexartig abgegebenen Reaktionen nicht.
Anscheinend denken die meisten bei Familien mit mehr Kindern als im Durchschnitt üblich sofort an Hartz-IV und asoziales Milieu. Davon ist doch hier gar keine Rede! Es ist einfach eine Großfamilie 8was meinen ehrlichen Respekt verdient), die wie viele zur Miete wohnen. Kündigung wegen Eigenbedarf, nicht wegen Mietzahlungsausfall oder schlechtem Benehmen, sondern so, wie es jedem von uns passieren kann. Nur mit dem Unterschied, dass es in Deutschland eben nicht viele Mietobjekte gibt, die für so viele Personen geeignet sind. Mein Respekt vor der Gemeindeverwaltung, die sich hier vorbildlich engagiert hat. Die Unterstellung, die Familie wäre auf Sozialhilfe angewiesen finde ich bodenlos und erniedrigend. Natürlich wird sie eine Miete in üblicher und angemessener Höhe bezahlen.

Familienvater, Donnerstag, 15.März, 10:21 Uhr

2. Eigenverantwortung ?

Als mehrfacher Familienvater würde mir im Traum nicht einfallen so zu verfahren. Wer mehrere Kinder hat und weis welches "Familienmanagement" heute erforderlich ist, um auch den heute relativ hohen Mindestanspruch an Erziehung, Bildung u. Chancen zu erfüllen - im Gegensatz zu früheren Zeiten, stellt sich hier manches als fragwürdig dar. Aber so ist es heute - einfach machen, und die Gesellschaft, sprich die Gemeinde "springt ein" u. Sozialamt etc. mit im Boot , solls dann richten?

Wolfgang, Donnerstag, 15.März, 09:20 Uhr

1. Wozu vermieten, einfach überlassen.

Bei 9 Kindern dürfte sowieso der sozialann muß nicht erst das städtische Sozialamt den Mietanteil auszahlen und die Familie es wieder an die Stadt als Miete wieder überweisen.