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Hutzel-Tradition Fatschenbrunner Dörrobst wird Kulturgut

Die UNESCO erklärt besondere Bräuche, Feste und Handwerkskünste zu immateriellen Kulturgütern. In die Liste wurden jetzt auch die Fatschenbrunner Hutzeln aufgenommen.

Von: Norbert Steiche

Stand: 14.03.2018

Hutzeln aus Fatschenbrunn | Bild: BR

Rund 300 Birnbäume wachsen rings um das 250 Seelen Dorf Fatschenbrunn (Lkr. Haßberge). Die Dörrobstherstellung und Baumfelderwirtschaft besitzt dort eine lange Tradition. Insbesondere auf ihre Hutzeln sind die Fatschenbrunner stolz. Hutzeln das sind Birnen, die in einem Dörrofen getrocknet werden.

Vitamine im Winter

Fast jedes Haus in Fatschenbrunn besaß früher seinen eigenen Dörrofen. Die Hutzeln waren eine wichtige Einnahmequelle für das Dorf im Steigerwald und wurden weltweit gehandelt. Im Winter und auf Schiffsreisen aßen viele Menschen Dörrfrüchte, denn sie enthalten wichtige Vitamine.

Neue Impulse für alte Tradition

Nachdem das Geschäft mit dem Dörrobst in den vergangenen Jahren nur noch schleppend lief, soll mit der Anerkennung durch die UNESCO ein neuer Impuls gegeben werden. Besonders erfreut über die Aufnahme der Hutzeln in die Liste der immateriellen Kulturgüter ist Franz Hümmer. Er trocknet Birnen noch nach alter Tradition und hat sich für das Kulturgut Hutzel eingesetzt. Auch bei den jungen Fatschenbrunnern kommt das gut an. Beste Aussichten also für das Weiterbestehen der Dörrobst-Tradition.


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